Zeitbombe: Die nächste große Krise kommt in diesem Bereich

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Hätten Sie es gewusst? Die kommende Blase gibt es beim Rohöl und wird einen 8-fach größeren Schaden an den Märkten anrichten als die Schuldenkrise. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Lehmann und EU-Schuldenkrise? Kindergarten! Brexit? Lachhaft! Auch Italien mit seiner neuen Regierung kann nicht wirklich am Kartenhaus rütteln. Die große kommende Krise wird auch noch ein paar Jahre auf sich warten lassen, denn es geht um die fossilen Brennstoffe.

Wenn diese erst einmal aufgebraucht sind, wird es ein gewaltiges Beben geben. Dafür hat eine neue wichtige Studie sogar eine Kennzahl entwickelt. Demnach sollen die Verwerfungen an den internationalen Märkten 16 Mal größer sein, als bei der letzten großen Finanzkrise 2008.

Carbon-Blase

Nach der Immobilienblase kommt bald dann die Carbon-Blase? Hierbei hat die Studie vor allem überrascht: Die Carbon-Krise kommt auch, falls es keine gravierenden Änderungen bei der Klimapolitik gibt. Darauf können wir uns offenbar im Gegensatz zur Politik verlassen. Und genau dieses Merkmal ist Grund genug, um vor der neuartigen Blase zu warnen.

Selbst wenn immer mehr Elektroautos und Solaranlagen im Gespräch sind – die Mineralöl-Industrie ist immer noch gigantisch und schier unvorstellbar riesig.

Wie groß ist Big-Oil wirklich?

Fast 1.500 unterschiedliche Gas- und Ölfirmen sind an den weltweiten Aktienmärkten gelistet. Sie ergeben einen Gesamtwert von knapp 4,5 Billionen Euro. Weit mehr als das BIP von Deutschland. Exxon Mobil ist alleine 425 Milliarden US-Dollar wert.

Wer sich diese Zahlen auf der Zunge zergehen lässt, kann ahnen, wie dramatisch es wäre, wenn den Ölfirmen der Teppich unter den Füßen weggezogen werden würde. Und allzu lange müssen wir scheinbar gar nicht mehr warten. Bereits 2035 sollen große Felder erschöpft sein und die ersten deutlichen Einschnitte spürbar werden.

Die Schuldenkrise verursachte etwa eine Viertelbillion Euro Verluste. Bei der Carbon-Blase sprechen wir dann von 1 bis 4 Billionen Euro, die sich in Rauch auflösen.

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Vielleicht lassen sich durch diese finanzielle Bedrohung große Exportnationen wie USA, Canada und Russland zum Umdenken anregen. Schon jetzt wesentlich mehr auf grüne Energie zu setzen, würde die Blase natürlich nicht verhindern, aber zumindest in ihren Ausmaßen etwas eindämmen. Die derzeitige Strategie „Nach uns die Sintflut“ steuert mit voller Kraft auf diese gewaltigen Erschütterungen im Markt zu.

Selbst wenn wir jetzt reagieren, werden wir vermutlich mit 4 Billionen Euro Verlusten kalkulieren müssen. Das sagt die Studie. Wir können nur versuchen, dass es nicht noch schlimmer wird.

Was sind die Folgen der Carbon-Krise?

Erinnern Sie sich noch an die Gefahren der Deflation und die Massenarbeitslosigkeit in Europa? Die Schuldenkrise 2008 war nur die Vorspeise. Der folgende Hauptgang ist deutlich gefährlicher. Massenarbeitslosigkeit weltweit, abstürzende Börsen, die Versorgung bricht zusammen. Wer die Idee weiterspinnt, wird ab sofort schlaflose Nächte haben und sich tagsüber einen Bunker graben.

Vor allem ist die Krise real und zum Anfassen. Wenn es kaum noch Rohöl gibt, wird der Großteil der Industrie zusperren können. Die Schuldenkrise ist quasi nur auf dem Papier gewesen. Schulden stehen nur auf einem Zettel oder online. Sie werden erlassen oder manchmal sogar zurückgezahlt. Doch wenn es keine fossilen Brennstoffe mehr gibt, können wir diese im Gegensatz zum Geld nicht einfach aus dem Nichts schöpfen.

Dieses Wissen ist natürlich nicht neu. Die Bedrohung für die Finanzmärkte ist jetzt durch die Studie aber noch einmal realer geworden. Und wenn schon Menschenleben oder Jobs die Politik nicht zum Handeln zwingt, dann vielleicht Verluste bei den Börsenkursen.

Was allerdings auch gesagt werden muss: Wir werden nicht plötzlich von heute auf morgen keinen Tropfen Öl mehr haben. Es ist also – was die Verwerfungen an den Märkten angeht – nicht unbedingt gleichzusetzen. Es wird vielleicht nicht in kurzer Zeit drastisch sein, dafür wird die Krise wesentlich länger anhalten und den gesamten Planeten in den Schwitzkasten nehmen.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.