Zertifikate noch sehr beliebt – vor allem bei „Selbstentscheidern“

Zertifikate sind bei uns nach Jahren der Einführung immer noch sehr beliebt.

Dies zeigt die Umfrage des Deutschen Derivate Verbandes – also von Banken.

Denn: Zertifikate sind Derivate (= abgeleitete Papiere von anderen Anlagewerten). Und damit sind die Emittenten selbst Träger des Derivate Verbandes, der die Umfrage initiiert hat.

Das Ergebnis: Derivate sind vor allem bei „Selbstentscheidern“ sehr beliebt, die zu 25% angaben 10% bis 20% ihres Depots mit Zertifikaten zu bestücken. 13% der Befragten waren der Meinung, mehr als 30% des Depots können mit Zertifikaten bestückt werden.

Mehr zum Thema: Das Börsen-ABC: Zertifikate (Video)

Zertifikate stabil

Diese Ergebnisse interpretiert der Verband als „konstant“ und als Ausweis dafür, dass die Befragten „gut informiert“ sind – und keine Berater nutzen. Zertifikate werden auch für Nutzer von www.gevestor.de als Beimischung in Depots für mehr Rendite und Vermögen in Frage kommen, denn:

Einfachere Hebel etwa gibt es am Markt kaum als mit entsprechenden Hebelzertifikaten.

Vorsicht vor komplexen Papieren

Nur ist in vielen Fällen ein Zertifikat dann nicht geeignet, wenn die Bedingungen vergleichsweise komplex werden. Denn: Gerade „Selbstentscheider“ ohne Beratung sind darauf angewiesen, alle Bedingungen recht einfach interpretieren zu können. Aber:

  • Beispielsweise sind Alpha-Zertifikate in vielen Depots zu Renditefallen mutiert. Bei diesen Titeln geht es um den Vergleich zwischen zwei Werten A und B. Wer auf die richtige Seite setzt, gewinnt.
  • Wer auf den falschen der beiden Werte gesetzt hat, verliert unabhängig vom Gesamtergebnis auf jeden Fall.
  • Zudem gibt es Zertifikate, die Hebel enthalten, deren Brisanz sich auf den ersten Blick nicht erschließt. Dabei dürfen Kurse während der Laufzeit bestimmte Schwellen nie berühren, ansonsten droht Totalverlust (etwa bei „Inlinern“).
  • Bonus-Zertifikate, vergleichsweise beliebt, reduzieren den Anlageerfolg von Investoren um Dividenden, die auf die Aktien an sich ausgezahlt würden.

GeVestor meint: Die Rendite in den Depots lässt sich mit Zertifikaten dauerhaft verbessern – vor allem, weil Zertifikate oft nur einen Bruchteil des sonstigen Investments erfordern.

Einfache Hebelzertifikate sind für „Selbstentscheider“ auch sinnvoll, wenn alle Bedingungen bekannt sind. Wird es hingegen kompliziert, raten wir von Zertifikaten in der Regel ab.

Einfache Discounter gegen komplizierte Strategien

Ganze Strategien, die einzelne Zertifikate abbilden sollen, können Sie zumeist selbst zusammenstellen. Geht es etwa um besonders sichere „Zinsen“, kaufen Sie einfach Discount-Zertifikate etwa auf den Dax mit einem hohen Rabatt auf den aktuellen Kurs.

Die so genannten „Deep Discounter“ sind wegen der hohen Puffer sicherer als viele vermeintliche „Schutz-Zertifikate“, die mit Kursschwellen arbeiten, die während der Laufzeite nicht berührt werden dürfen. Ein weiterer Vorteil: Discounter haben in der Regel eine deutlich kürzere Laufzeit. Das bedeutet:

Zieht die Inflationsrate stark an, können Sie jederzeit auf höher verzinsliche Strategien umsteigen.

20. März 2012

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Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.

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