Zinsen: Der Unterschied zwischen Kredite und Sparbuch fast 9 Prozent

Zinsen sind Zinsen! Falsch gedacht, denn der Unterschied zwischen Kredite und Sparbuch beträgt unglaubliche neun Prozent. (Foto: Watchara Ritjan / Shutterstock.com)

Wenn Sie jetzt zur Ihrer Bank gehen “müssen”, um einen neuen Dispositionskredit für sich zu vereinbaren, wird es ganz sicher recht teuer werden.

Nach den jüngsten Zahlen, die uns in der Redaktion vorliegen, zahlen Sie als Privater Anleger im Durchschnitt 11,31% Zinsen.

Dies ist bei Selbstständigen je nach Geschäftsgang anders. Machen Sie jedoch nicht den Fehler zu denken, es sei billiger. Im Gegenteil – jedenfalls in der Regel.

Die Bank kann den Kredit theoretisch auch ohne große Sicherheiten vergeben. Die Quelle des Geldes ist so günstig, dass der Geiz auch den ein oder anderen Ausfall verkraftet.

9%-Punkte Zinsunterschied kassiert die Bank zwischen Dispokredit und Sparkonto. Sie können diesen sicheren Gewinn nur selbst verringern.

Da Sie die Konditionen für Dispokredite kaum verändern können, bleibt die andere Seite: die Geldanlage. Banksparkonten verbieten sich aktuelle fast von selbst.

Sparkonto bringt 2,9% Zinsen

Wer sein Geld auf einem dieser Sparkonten anlegt, erhält zur Zeit einen Zins in Höhe von durchschnittlich 2,9%. Dies betrifft allerdings nur die “besten” Sparbriefe mit einer Laufzeit von vier Jahren.

Wenn Sie ein anderes “richtiges” Sparkonto anlegen, bringt dies aktuell 0,6% im Durchschnitt. Die Kündigungsfrist für das gesamte Konto bei diesen Konditionen liegt bei 3 Monaten.

Selbst mit Tagesanleihen vom Bund – Richtschnur für viele Tagesgeldkonten und die Angebote dafür – liegt bei nur 1,15%.

Damit finanzieren Sie als Investor die hohen Kreditgewinne von Banken. Dies ist auch die volkswirtschaftliche Funktion der Banken – Geld einzusammeln und weiter zu reichen.

Brüsseler Plan: Banken-Rettung mithilfe des SteuerzahlersViele europäische Banken stehen sprichwörtlich mit dem Rücken zur Wand. Der Grund: Sie verzeichnen einen Forderungs-Ausfall von 1,1 Bio. € an faulen Krediten. Das entspricht rund 5,4% aller Kredite der… › mehr lesen

Nur sind die Dimensionen der Vergütung dabei inzwischen sehr üppig geworden.

Ihre Einlagen sind Kredite an die Bank

Denken Sie dabei daran, dass Ihre eigenen Einlagen Kredite an die Bank sind. Die Bank schuldet Ihnen das Geld und verbucht dies auch so in der Bilanz.

Wollen Sie nicht den Umweg wählen und Geld über andere Märkte an die nachfragenden Verbraucher und Unternehmen verleihen, sondern über die Bank, werden Sie den Unterschied kaum verringern können.

Wählen Sie andere Zinsprodukte am Markt, treten Sie dort als Gläubiger und Kreditgeber auf.

Unternehmensanleihen bringen inzwischen teils über 4% Zinsen bei akzeptabler Sicherheit. Spielarten davon, wie Genussscheine, können teils weit höhere Renditen bringen.

Ein Genussschein wie der oft empfohlene Titel von Bertelsmann ist unter diesem Gesichtspunkt eine deutliche Empfehlung.

Bertelsmann weiß, dass die Rendite mit fast 7% inzwischen für die Marktverhältnisse zu hoch ist.

Das Unternehmen hat schon versucht, zahlreiche Titel zurück zu kaufen. Wir haben vom Verkauf abgeraten. Richtig, denn: die Banken bleiben geizig, wie sich jetzt zeigt.

Angesichts von fast 9%-Punkten Zins-Unterschied zwischen Ihrem Sparkonto-Kredit an die Bank und deren Kredit an Dritte über den “Dispo” verdienen Sie mit dem Genussschein besser.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.