Zinsen driften immer weiter ins Negative ab

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Im vergangenen Jahr war ja immer wieder von einer möglichen Zinswende im Jahr 2019 die Rede. Eine solche ist aber weit und breit nicht in Sicht. (Foto: Tzido Sun / shutterstock.com)

Die Hoffnung, die Erwartungshaltung der „normalen“ Sparer war 2018 relativ groß. Endlich, endlich sollte ja ab dem Jahr 2019 die lang herbeigesehnte Zinswende beginnen. Von einer Anhebung des Einlagensatzes von Minus 0,4 Prozent auf NULL Prozent wurde zumindest gesprochen; und auch die leichte Anhebung des Leitzinses von NULL auf vielleicht 0,1 Prozent stand im Raum. Ja, das waren die Tagträume vieler deutscher Sparer.

Zinsen werden immer negativer

Jetzt, im Sommer 2019 können die Sparer diese Hoffnungen endgültig begraben. Im Gegenteil, der Tag kommt immer näher, an dem das Gros der Banken die durchweg negativen Marktzinsen an die werte Sparkundschaft wird weitergeben müssen. Der deutsche Rentenmarkt gleicht derzeit ja einer gigantischen Negativ-Zinswüste. Beinah täglich driften die Renditen immer stärker ins Negative ab. Neue Negativ-Zinsrekorde werden vermeldet.

Aktuell rentiert die zehnjährige Bundesanleihe mit Minus 0,37 Prozent; so tief wie noch nie zuvor in der Geschichte. Finanzminister Scholz muss also für eine zehnjährige Anleihe im Volumen von 1.000 Euro nur gut 960 Euro zurückzahlen. Der deutsche Staat verdient ordentlich und nachhaltig Geld mit der Schuldenmacherei! Die Rendite zweijähriger Bundesanleihen fiel gar auf Minus 0,75 Prozent. Für fünfjährige Bundesanleihen steht aktuell ein jährlicher Minuszins von 0,68 Prozent auf der Tafel. Das ist schon extrem.

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Zinswende fällt aus – Renditeverfall am RentenmarktIm vergangenen Jahr war ja massenmedial immer noch von der 2019 anstehenden Zinswende die Rede. Diese fällt aber bis auf weiteres aus. › mehr lesen

Lagarde als neue Chefin der EZB

Die Zinstalfahrt beschleunigte sich jedenfalls in den vergangenen Tagen, als die Nominierung von Frau Lagarde als neue Chefin der EZB bekannt wurde. Und zwar in der gesamten Euro-Zone. Selbst in den südlichen Krisenstaaten wie Italien und Griechenland sackten die Renditen immer weiter auf historische Tiefstände in den Keller. Im Hintergrund halten sich ja schon seit Monaten hartnäckige Gerückte, dass die Euro-Notenbank eine abermalige und noch extremere Lockerung der Geldpolitik ankündigen werde.

Mit der Nominierung von Frau Lagarde wurde diese Erwartungshaltung noch weiter verstärkt. In den diversen Marktberichten ist schon vom Lagarde-Effekt die Rede. Konkret könnten in den kommenden Wochen eine abermalige Absenkung des Einlagenzinses auf Minus 0,5 oder 0,6 Prozent, weitere Anleihekäufe und ähnliche unkonventionelle Maßnahmen auf der EZB-Agenda stehen.

Ja, liebe Leser, es spielt also keine Rolle, ob Herr Draghi oder Frau Lagarde an der Spitze der EZB steht. Im Gegenteil, die meisten Beobachter erwarten sogar, dass die Französin geldpolitisch noch mehr als der Italiener aufs Gaspedal treten wird. Sicher ist, dass die Zeiten für „normale“ Sparbuchsparer lausig bleiben und noch lausiger werden. Es ist daher dringend angeraten, mindestens drei Monatsausgaben in bar vorzuhalten.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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