Zinswende in den USA ist gefährlich für die Aktienmärkte

In der Vergangenheit kam es immer zu massiven Rückschlägen an den Aktienmärkten, wenn die Zinsen in den USA stiegen. Das erwarte ich auch jetzt wieder. (Foto: Kamira / Shutterstock.com)

Die Vergangenheit ist oft ein guter Ratgeber. Das gilt auch an den Finanzmärkten. Doch hier gilt häufig: Geschichte wiederholt sich. Aber in vielen Fällen ist es nur so, dass bestimmte Muster regelmäßig auftreten. Aber jetzt bin ich auf ein Muster gestoßen, dass mich wirklich aufhorchen lässt – denn es ist der Vergangenheit immer aufgetreten in den speziellen Marktphasen.

Hierbei geht es um den Zusammenhang von langfristigen Zinssteigerungen in den USA und der Schwäche am Aktienmarkt. Seit dem die US-Notenbank 1913 gegründet wurde, hat es 18 Phasen mit steigenden Zinsen gegeben. Und am Ende dieser Phasen ist es immer zu einem deutlichen Einbruch am Aktienmarkt gekommen.

Wie gesagt: Ich rede hier nicht davon, dass der Aktienmarkt sehr oft eingebrochen ist und mit hoher Wahrscheinlichkeit: In den 18 Phasen hat es am Ende bislang immer in den USA einen klaren Einbruch am Aktienmarkt gegeben. Auf diesen Zusammenhang hat im Übrigen der Wirtschaftswissenschaftler Lance Roberts hingewiesen.

Nun tauchen Stimmen auf, die sagen: Dieses Mal ist alles anders. Aber ich sehe das nicht so. Für mich hat eine solche Serie schon eine sehr starke Aussagekraft. Daher ist zwar möglich, dass die US-Wirtschaft erst einmal noch weiterwächst und auch die Aktienkurse noch weiter steigen – und das obwohl die US-Notenbank schon jetzt die Zinsen anhebt.

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Wenn die Stimmung dreht, kann es schnell zur massiven Korrektur kommen

Aber diese Entwicklung wird nicht unendlich so weitergehen. Solange die Wirtschaft rund läuft, sieht es auch immer gut aus – aber wenn dann die Stimmung dreht, kann es sehr schnell sehr ungemütlich werden.

Aber diese klaren Warnzeichen will aktuell kaum jemand hören. Zu gut ist die Stimmung an den Börsen. Erst vor wenigen Tagen kletterte die US-Technologiebörse Nasdaq auf ein neues Rekordhoch. Das lässt mich besonders aufhorchen, denn diese Aktien sind in den vergangenen 12 Monaten auch besonders stark angestiegen. Somit ist auch das Potenzial für einen Rückschlag bei Aktien wie Facebook oder auch Tesla, dem Pionier bei den Elektroautos besonders groß.

Hierzu passt jetzt auch eine Meldung wonach Tesla massiv Stellen abbauen will. So wie es aussieht wird das Unternehmen die Belegschaft um 9% verkleinern – das ist schon ein massiver Schritt. Sie sehen einmal mehr: Auch bei hochgelobten Unternehmen wie Tesla wachsen die Bäume nicht in den Himmel.

Für die weitere Marktentwicklung bedeutet das alles: Sollten die Zinsen in den USA weiter steigen wird es wohl auch bald an den Börsen zu einer massiven Korrektur kommen.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.