Zooplus-Aktie: Aktie des Tierfutter-Händlers nach Zahlen im Sinkflug

Die starke Konkurrenz setzt Zooplus, den mit Abstand führenden Online-Händler für für Haustier-Nahrung und -Zubehör in Europa, unter Druck: (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Darauf hatten wohl viele Anleger gewartet…

Lange Zeit kannte der Aktienkurs von Zooplus, nicht zuletzt getrieben durch Übernahme-Spekulationen, nur eine Richtung:

Seit 2008 vervielfachte sich die Aktie von unter 15 € auf in der Spitze knapp 200 € Ende Mai – doch dann geriet die dynamische Kurs-Explosion ins Stocken:

Nach den gerade vorgelegten Quartalszahlen beschleunigte sich die Abwärts-Bewegung und die Aktie rutschte auf 145 € in die Tiefe.

Wie sind die Zahlen zu bewerten? Wie sieht das mittelfristige Wachstums-Potenzial aus? Und was sagen die Analysten zur Aktie?

Europas führender Online-Händler für Haustier-Nahrung

Zooplus ist mit deutlichem Abstand Europas führender Online-Händler für Haustier-Nahrung und -Zubehör.

Das Unternehmen wurde 1999 vom heutigen CEO Cornelius Patt gegründet und ist seit 2008 am Aktienmarkt notiert.

Dabei konnte sich das Wachstum durchaus sehen lassen:

Lagen die Umsätze im Jahr 2006 noch bei 34,2 Mio. €, so wurden im vergangenen Geschäftsjahr bereits 908,6 Mio. erwirtschaftet.

Von 7 Logistik-Zentren in Deutschland, den Niederlanden, Polen, Frankreich, Belgien und UK werden Kunden in 30 Ländern Europas beliefert.

Mit über 8.000 Artikeln verfügt Zooplus über ein umfassendes Sortiment für alle wichtigen Heimtier-Gattungen.

Rund 80% des Geschäftes entfallen dabei allerdings auf Hunde- und Katzenfutter.

Zooplus profitiert vom Wandel im Einkaufs-Verhalten

Der europäische Markt für Haustier-Nahrung und –Zubehör (ca. 25 Mrd. .€) wächst relativ stabil mit 2 – 3% pro Jahr.

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Der Online-Anteil von ca. 7 – 8% dürfte weiter ansteigen und bietet Wachstums-Potenzial.

Zooplus weist eine hohe Kundenbindung auf; die Nachkaufrate von Stammkunden liegt bei über 90%.

Wettbewerb setzt Marge unter Druck

Keine Frage: Das Wachstum des Münchener Konzerns ist durchaus beeindruckend.

Aber wie ist es um die Profitabilität bestellt? Hier lohnt ein Blick in das gerade vorgelegte Zahlenwerk:

Denn trotz eines Umsatz-Anstiegs um 21% im 1. Halbjahr auf 517 Mio. € konnte der Online-Händler seine Gewinne nicht steigern.

Die Roherstrags-Marge, also die Differenz zwischen Umsatz und Material-Aufwand im Verhältnis zum Umsatz, verringerte sich sogar auf 24,5% (Vorjahr: 24,9%).

Die Konzernführung sieht darin das Ergebnis des anhaltend hohen Wettbewerbsdrucks. D. h., dass Zooplus sein Umsatz-Wachstum nur über hohe Rabatte erzielen konnte.

Währungs-Sicherung sorgt für Belastung

Unter dem Strich sank der Gewinn auf 2,8 Mio. € und lag damit 9,6% unter dem vergleichbaren Vorjahres-Niveau.

Neben höheren Steuern verwies der Konzern auf Belastungen, die durch Währungs-Sicherungs-Geschäfte entstanden sind.

Für das Gesamtjahr hält die Chefetage unterdessen an den Zielen fest:

  • Bei den Erlösen rechnet das Unternehmen mit mind. 1,12 Mio. € (+23% zum Vorjahr).
  • Das Vorsteuer-Ergebnis soll in einer Spanne zwischen 17 und 22,9 Mio. € liegen. (Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahr wurden 17,9 Mio. erzielt.)

Analysten erwarten Gewinnsprung

Auch die Analysten zeigen sich optimistisch: Für das laufende Geschäftsjahr erwarten die Experten einen Gewinn je Aktie von 1,89 €, für 2018 dann 2,77 € je Anteilsschein.

Damit ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von stolzen 76 bzw. 52. Das durchschnittliche Kursziel sehen die Analysten bei 179 € (aktueller Kurs: 145,40 €).


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.