Zooplus-Aktie: Online-Händler mit starkem Auftakt-Quartal

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Zooplus: Der Kurs des führenden Online-Händlers für Haustier-Nahrung wird primär durch eine Übernahme getrieben. Erfahren Sie hier mehr: (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Dass Zooplus nicht nur Tierbesitzer auf Grund des umfangreichen Online-Angebots freut sondern auch die Anleger, dürfte ein kurzer Blick auf die Kurs-Entwicklung klarstellen:

Seit Jahresbeginn ging es um 45% nach oben, auf Sicht der vergangenen 5 Jahre summieren sich die Gewinne sogar auf über 400%.

Der Auslöser für die jüngste Hausse waren aber nicht einmal gute Geschäftszahlen. Vielmehr sorgte eine Übernahme in dem Sektor für geradezu euphorische Stimmung bei den Anlegern:

Vor einem knappen Monat wurde der US-Konkurrent Chewy bei der Übernahme durch Petsmart deutlich höher bewertet, was wiederum die Bewertung von Zooplus in schwindelerregende Höhen getrieben hat.

Führender Online-Händler für Haustier-Nahrung

Zooplus ist mit deutlichem Abstand Europas führender Online-Händler für Haustier-Nahrung und -zubehör.

Das Unternehmen wurde 1999 vom heutigen Vorstand Cornelius Patt gegründet und ist seit 2008 am Aktienmarkt notiert.

Ausschließlich durch organisches Wachstum wurde der Umsatz seit 2010 im Durchschnitt jährlich um 32% gesteigert.

Von 7 Logistik-Zentren in Deutschland, den Niederlanden, Polen, Frankreich, Belgien und UK werden Kunden in 30 Ländern Europas beliefert.

Mit über 8.000 Artikeln verfügt Zooplus über ein umfassendes Sortiment für alle wichtigen Heimtier-Gattungen. Rund 80% des Geschäftes entfallen auf Hunde- und Katzenfutter.

Hohe Wettbewerbs-Qualität

Der europäische Markt für Haustier-Nahrung und -zubehör (ca. 25 Mrd. €) wächst relativ stabil mit 2-3% pro Jahr.

Der Online-Anteil von ca. 7 – 8% dürfte weiter ansteigen und bietet Wachstums-Potenzial.

Dabei weist Zooplus eine hohe Kundenbindung auf: Die Nachkaufrate von Stammkunden liegt bei über 90%.

Mit dem deutlichen Wachstum der letzten Jahre konnte Zooplus die Marken-Bekanntheit in den wichtigen Märkten außerhalb Deutschlands deutlich ausweiten.

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Mit  einer hohen Kosten-Effizienz und Skalen-Effekten kann Zooplus die Profitabilität weiter verbessern und  geringere Rohertrags-Margen kompensieren.

Sattes Umsatz-Wachstum, aber schwache Margen

Zooplus ist im 1. Quartal weiter kräftig gewachsen und hat den Gewinn leicht gesteigert.

Unter dem Strich verdiente der Internet-Händler für Heimtier-Bedarf 2,0 nach 1,8 Mio. € oder 0,28 € je Aktie. Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich um 0,5 auf 3,4 Mio. €.

Wie bereits im April bekannt gegeben, kletterten die Umsätze im 1. Quartal um 24% auf 257 Mio. €.

Die Rohmarge hat bedingt durch einen weiteren Anstieg des Futter-Geschäfts am Gesamt-Umsatz und dem wettbewerbsintensiven Markt auf 25,3% (Vorjahres-Quartal 25,6) leicht nachgegeben.

Jahresziele bekräftigt

Sowohl das Bestands- als auch das Neukunden-Geschäft waren Treiber für den Umsatz-Zuwachs.

Laut Firmenchef Patt liegt die Basis für weiteres Wachstum im Ausbau des europäischen Logistik-Netzwerkes und dem Aufbau zusätzlicher IT-Entwicklungs-Kapazitäten.

Der Konzern bestätigte nun seine Prognose für das Gesamtjahr: 2017 sollen die Erlöse auf mind. 1,125 Mrd. € und das Vorsteuer-Ergebnis auf 17 – 22 Mio. € verbessert werden.

Analysten sehen Potenzial ausgereizt

Nach dem beeindruckenden Kurs-Anstieg von über 400% in den vergangenen 5 Jahren sind die Analysten skeptisch.

Von 9 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigen stufen 4 die Papiere als Kauf ein, 5 sehen in der Aktie im Moment eine Halteposition

Ein Grund liegt in der hohen Bewertung: Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 92 für dieses Jahr und 65 für das kommende Jahr ist trotz des Wachstums mehr als sportlich.

Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 150 € fast 16% unter dem aktuellen Kursniveau.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.