Zooplus: Tierfutterhändler entpuppt sich als Krisen-Profiteur

Hund Auto Haustier – shutterstock_407893192 LeventeGyori

Zooplus als Krisenprofiteur. Die zweite Prognoseanhebung in diesem Jahr erfreut die Anleger - der Trend zum Online-Shopping ist ungebrochen. (Foto: LeventeGyori / Shutterstock.com)

Die Unsicherheit bei vielen Firmen ist immens. Niemand weiß, ob sich die Infektionsdynamik weiter dynamisiert und es nochmals zu Lock Down-Maßnahmen kommen wird. Kein Wunder also, dass viele Unternehmen ihre Jahresprognose weiterhin ausgesetzt haben. Im Gegensatz dazu zeigt sich der Münchener Online-Tierfutterhändler Zooplus extrem zuversichtlich. Der Online-Händler hat gerade zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Planung zur Geschäftsentwicklung angehoben.

Damit reiht sich der Onlinehändler in die Riege vieler E-Commerce-Firmen ein, deren Geschäfte auf Hochtouren laufen. Durch die Pandemie erfährt der Onlinehandel eine regelrechte Sonderkonjunktur.

Führender Online-Händler für Haustierkost und -zubehör

Bevor ich näher auf die aktualisierte Prognose eingehe, stelle ich Ihnen den Konzern vor – denn bislang dürfte der Name wohl eher den Besitzern von Haustieren ein Begriff sein. Zooplus ist der mit Abstand führende Internethändler für Haustier-Nahrung und –zubehör. Gegründet wurde die Firma im Jahr 1999 vom heutigen CEO Cornelius Patt. Seit 2008 ist Zooplus am Aktienmarkt notiert.

Dabei ist die rasante Entwicklung der Firma durchaus beeindruckend: Seit dem Jahr 2006 kletterten die Umsätze von 34 Millionen auf zuletzt 1,52 Milliarden Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Die angebotenen Produkte werden Online im deutschsprachigem Heimatmarkt sowie Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Großbritannien und Polen angeboten. Darüber hinaus ist das Unternehmen in weiteren europäischen Märkten aktiv. Die umfangreiche Produktpalette mit über 8.000 Produkten beinhaltet Tierfutter (Trocken- und Nassfutter oder auch Futterbeigaben wie Kauknochen, Snacks u.a.) und Zubehör wie Kratzbäume für Katzen, Käfige und Hundekörbe in unterschiedlichsten Preis- und Qualitätskategorien.

Rund 80% des Geschäftes entfallen dabei auf Hunde- und Katzenfutter.

Onlinemarkt für Tierfutter noch lange nicht gesättigt

Der europäische Markt für Haustier-Nahrung und -zubehör (ca. 25 Mrd. €) wächst relativ stabil mit 2 – 3% pro Jahr. Allerdings beträgt der Anteil der über das Internet erzielten Umsätze erst ca. 6%.

Genau in diesem Wachstums-Segment hat sich Zooplus positioniert. Der Erfolg gibt dem Online-Händler Recht. Denn Zooplus weist eine extrem hohe Kunden-Bindung auf: Die Nachkauf-Rate der Stammkunden liegt bei über 90%.

Mit einer hohen Kosten-Effizienz und Skalen-Effekten kann Zooplus die Profitabilität weiter verbessern und geringere Rohertrags-Margen kompensieren.

Zooplus segelt sicher durch die Krise

Von wegen Krise: Bei Zooplus macht sich das veränderte Einkaufsverhalten zu Zeiten der Pandemie deutlich positiv bemerkbar. Auf Grund des Lock Downs weichen viele Kunden auf das Internet aus, um Produkte für den Heimtierbedarf zu kaufen. Hiervon profitiert Zooplus als reiner Online-Händler besonders stark. Nach vorläufigen Zahlen kletterten die Umsätze des Konzerns in den ersten sechs Monaten um 18 bis 19% nach oben. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) liegt laut Firmenangaben zwischen 25 und 30 Millionen Euro. Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum erzielte Zooplus nur ein Ebitda von 4,5 Millionen Euro erwirtschaftet.

Umsatzplus von 16% im Visier

Für das Gesamtjahr rechnet Firmenboss Cornelius Patt nun mit einem Umsatzwachstum von 16% auf 1,77 Milliarden Euro. Damit wurden die alte Prognose nochmals um 1 Prozentpunkt nach oben geschraubt. Noch deutlicher fällt die Diskrepanz beim Ergebnis aus.  War der Konzern vorher von 20 Millionen Euro ausgegangen, wurden nun mit 40 Millionen Euro das Doppelte in den Raum gestellt. Vor der ersten Prognoseanhebung im Mai hatte Zooplus sogar damit gerechnet, dass noch nicht einmal das Vorjahresniveau (12 Millionen Euro) erreicht werden würde. Sollte Zooplus liefern und die Ziele erreichen, käme das einer Verdreifachung des operativen Gewinns gleich.

Hund Auto Haustier – shutterstock_407893192 LeventeGyori

Zooplus: Tierfutterhändler legt vorläufige Umsatzzahlen vorOnlinehändler Zooplus meldet nachlassende Wachstumsraten. Zunehmender Wettbewerb und Margendruck lassen Anleger auf Abstand gehen. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Rene König. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz