Zooplus: Tierfutterhändler schraubt Prognose nach oben

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Zooplus: Spezialist für Heimtierbedarf passt Prognose nach oben an. Der Aktienkurs setzt seinen Höhenflug weiter fort. (Foto: LeventeGyori / Shutterstock.com)

Die Unsicherheit bei vielen Firmen ist immens, denn die Auswirkungen der Corona-Krise werden erst schrittweise sichtbar. Zudem weiß niemand, wie sich die Lockerungsmaßnahmen auswirken, ob es zu einer zweiten Welle kommt oder ob wir das Schlimmste bereits überstanden haben. Kein Wunder also, dass viele Unternehmen ihre Jahresprognose zuletzt ausgesetzt haben. Im Gegensatz dazu zeigt sich der Münchener Online-Tierfutterhändler Zooplus, dem die Ladenschließungen eher in die Karten spielen, zuversichtlich. Der Online-Händler hat gerade sogar seine Jahresplanung angehoben.

Der Aktie hat die Zuversicht des Managements einen Extraschub gegeben. Seit dem Jahreswechsel liegen die Zooplus-Papiere, entgegen dem allgemeinen schwachen Markttrend, mehr als 50% in der Gewinnzone.

Führender Online-Händler für Haustierkost und -zubehör

Bevor ich näher auf die aktualisierte Prognose eingehe, stelle ich Ihnen den Konzern vor – denn bislang dürfte der Name wohl eher den Besitzern von Haustieren ein Begriff sein. Zooplus ist der mit Abstand führende Internethändler für Haustier-Nahrung und –zubehör. Gegründet wurde die Firma im Jahr 1999 vom heutigen CEO Cornelius Patt. Seit 2008 ist Zooplus am Aktienmarkt notiert.

Dabei ist die rasante Entwicklung der Firma durchaus beeindruckend: Seit dem Jahr 2006 kletterten die Umsätze von 34 Millionen auf zuletzt 1,52 Milliarden Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Die angebotenen Produkte werden Online im deutschsprachigem Heimatmarkt sowie Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Großbritannien und Polen angeboten. Darüber hinaus ist das Unternehmen in weiteren europäischen Märkten aktiv. Die umfangreiche Produktpalette mit über 8.000 Produkten beinhaltet Tierfutter (Trocken- und Nassfutter oder auch Futterbeigaben wie Kauknochen, Snacks u.a.) und Zubehör wie Kratzbäume für Katzen, Käfige und Hundekörbe in unterschiedlichsten Preis- und Qualitätskategorien.

Rund 80% des Geschäftes entfallen dabei auf Hunde- und Katzenfutter.

Zooplus agiert in einem strukturellen Wachstumsmarkt….

Der europäische Markt für Haustier-Nahrung und -zubehör (ca. 25 Mrd. €) wächst relativ stabil mit 2 – 3% pro Jahr. Allerdings beträgt der Anteil der über das Internet erzielten Umsätze erst ca. 6%.

Genau in diesem Wachstums-Segment hat sich Zooplus positioniert. Der Erfolg gibt dem Online-Händler Recht. Denn Zooplus weist eine extrem hohe Kunden-Bindung auf: Die Nachkauf-Rate der Stammkunden liegt bei über 90%.

Mit einer hohen Kosten-Effizienz und Skalen-Effekten kann Zooplus die Profitabilität weiter verbessern und geringere Rohertrags-Margen kompensieren.

….und steuert erfolgreich durch die Pandemie

Von wegen Krise: Bei Zooplus macht sich das veränderte Einkaufsverhalten zu Zeiten der Pandemie deutlich positiv bemerkbar. Auf Grund des Lock Downs weichen viele Kunden auf das Internet aus, um Produkte für den Heimtierbedarf zu kaufen. Hiervon profitiert Zooplus als reiner Online-Händler besonders stark. So stieg der Umsatz im Startquartal um 21% auf 440 Millionen Euro und der Vorsteuergewinn vervierfachte sich auf 8,1 Millionen Euro. Gut möglich, dass sich dieser Trend auch nach der Virus-Krise weiter fortsetzt.

Prognose wird angehoben

Entsprechend positiv zeigt sich auch die Konzernführung, die gerade ihre eigene Planung nach oben geschraubt hat. Der Jahresumsatz soll nun um 225 Millionen Euro auf 1,75 Milliarden Euro klettern. Für Sie zum Vergleich: Bisher war lediglich ein Zuwachs auf mindesten 1,7 Milliarden Euro avisiert worden. Noch stärker fällt aber die Diskrepanz beim operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) aus. Statt wie bislang zwischen 0 und 12 Millionen Euro erwartet Firmenchef Cornelius Patt nun ein EBITDA von mindestens 20 Millionen Euro.

Hintergrund der erhöhten Prognose ist die positive Umsatzentwicklung im April, die offenbar nahtlos an die gute Entwicklung des ersten Quartals anknüpft.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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