Zu Unrecht unterschätzt: Finanzielle Transparenz für Investoren

Ein regelmäßiger Cashflow ist gut. Was Sie aber ebenso dringend brauchen, ist der ständige Überblick über Ihre finanziellen Verhältnisse. (Foto: Scanrail1 - Shutterstock.com)

Wissen Sie, was Leute, die unter einem Riesenberg Schulden stöhnen, erfahrungsgemäß am meisten brauchen?

Falsch: Geld ist es nicht.

Es ist Durchblick. Transparenz. Überblick. Also das Wissen darum, welche Finanzmittel man gerade zur Verfügung hat und was man ausgeben könnte, ohne (erneut) in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.

Warum ich Ihnen das erzähle?

Weil so gut wie all diesen Leuten das Geld ausgegangen ist, weil sie, als sie noch üppigen Cashflow verzeichnen konnten, diesem wichtigen Aspekt namens »Transparenz« zu wenig Beachtung geschenkt haben.

Oder, um es volkstümlicher auszudrücken: Wenn man sich in puncto Geld selbst in die Tasche lügt, darf man sich nicht wundern, dass diese Tasche irgendwann kein Geld mehr hergibt.

Deshalb sollten Sie als Investor von Anfang an für ein Höchstmaß an Transparenz bei Ihren Finanzen sorgen!

Selbst wenn Sie mit »nur« einer einzigen vermieteten Wohnung anfangen, sollten Sie den Cashflow, der sich daraus ergibt, gleich zu Beginn akribisch im Auge behalten.

Ich selbst habe die Erfahrung gemacht (und ich teile diese Investorenweisheit mit vielen anderen aus meiner Branche), dass man für ein einziges Renditeimmobilienobjekt mindestens vier getrennte Konten anlegen sollte.

Denn diese Konten entsprechen unterschiedlichen »Geldtöpfen«. Wenn einer dieser »Töpfe« bedrohlich zur Neige geht, können Sie das sofort erkennen – und gegensteuern.

Wenn Sie hingegen den gesamten Cashflow ihres Objekts in ein einziges Konto wandern lassen, wiegen Sie sich in trügerischer Sicherheit. Denn Sie sehen ja nur eine einzige »Masse an Geld«, die ständig reinkommt.

Gerade als Anfänger haben Sie noch kein ausgeprägtes Gespür dafür, für was Sie in einigen Monaten vielleicht noch an Geld aufwenden müssen. Sie könnten angesichts des beglückenden Cashflows leicht der Versuchung erliegen, diese finanziellen Mittel leichtfertig für Investitionen auszugeben, die Sie hinterher teuer zu stehen kommen: weil Ihnen dann das Geld für andere dringend benötigte Ausgaben fehlt.

Legen Sie für Ihr Objekt mindestens diese Konten bzw. Unterkonten an …

  1. Ein Konto für Brennstoffe

Nicht wenige Mehrfamilienhäuser erzeugen die Wärme für Heizung und Warmwasser noch über konventionelle Ölheizungen. Legen Sie daher von Anfang an regelmäßig angemessene Beträge auf dieses Brennstoffkonto zurück.

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Auch dann, wenn ihr Haus mit Erdgas beliefert wird, schützt Sie diese Vorsicht davor, vor dem Einbruch der kalten Jahreszeit händeringend Geld beschaffen zu müssen, um für den kommenden Winter heiztechnisch gerüstet zu sein.

  1. Ein Konto für Instandhaltungsmaßnahmen

Legen Sie ca. 0,50 € pro Quadratmeter vermieteter Fläche für etwaige Reparaturen zurück. Ich habe zu diesem Thema an dieser Stelle schon ausführlicher Stellung bezogen. Und ich wiederhole es deshalb nur noch kurz: »Spare in der Zeit, dann hast du in der Reparatur-Not!«

  1. Ein Konto für Strom und Wasser

Dasselbe Prinzip hilft Ihnen, wenn es darum geht, die Versorgungsunternehmen für Strom und Wasser zu bezahlen. Wenn Sie sichergehen wollen, entscheiden Sie sich für die monatliche Abbuchung der Beträge.

Das kostet sie unterm Strich zwar geringfügig mehr – dafür aber erhalten Sie jeden Monat eine wertvolle Übersicht darüber, ob Sie bei diesem wichtigen Punkt noch im grünen Vorsorgebereich liegen.

  1. Ein Konto fürs Finanzamt

Sollten Sie sich fragen, wozu denn dieses Konto gut sein soll, kann ich nur sagen: Finanzämter sind so unerbittlich wie mittelalterliche Henkerknechte, wenn es darum geht, etwaige Rückstände einzutreiben. Hier ist Liquidität überlebenswichtig.

Ja, ich weiß: Das klingt a) nach Aufwand und b) nach Mehrkosten bei der Kontoführung. Aber glauben Sie mir: Den vermeintlichen Aufwand werden Sie rasch und dankbar als Entlastung empfinden, weil Sie ohne viel Sucherei jederzeit den wertvollen Überblick über Ihre aktuelle Finanzlage vor Augen haben.

Lassen Sie sich das Schicksal vieler finanztoter Immobilieninvestoren eine Warnung sein: Die sind fast ausnahmslos daran gescheitert, dass sie den Faktor Finanztransparenz entweder nicht wichtig genug genommen oder zu wenig dafür getan haben.

Die moderaten Mehrkosten für vier getrennte Konten zahlen sich auf alle Fälle aus!

Auszahlen wird es sich für Sie auch, wenn Sie nächste Woche wieder bei mir reinschauen. Ich zähle auf Sie!


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Von: Paul Misar. Über den Autor

Paul Misar, Entrepreneur mit aktuell 11 Firmen (einigen davon im Immobilienbereich), Bestseller-Autor, Speaker of the Year 2013 und gefragter Experte auf dem Gebieten“ finanzielle Freiheit“ und  Immobilien.