Zurich Insurance Group und die Vienna Insurance Group überzeugen im 1. Halbjahr

Lebensversicherung

Beiden Versicherungsunternehmen ist es gelungen, trotz schwieriger Rahmenbedingungen starke Zahlen zu präsentieren. (Foto: thodonal/AdobeStock)

Die Zurich Insurance Group blickt auf ein starkes 1. Halbjahr zurück. Obwohl die Bruttoprämien um 2,1% auf 25,4 Mrd. $ zurückgingen, schoss der Gesamtumsatz in die Höhe. Verantwortlich für den Höhenflug waren in erster Linie die sogenannten Unit Linked Investment Plans (ULIP). ULIPs kombinieren das Versicherungs- mit dem Investmentgeschäft. Der Policenhalter zahlt einen definierten Betrag ein und erhält die übliche Versicherungsdeckung. Der Rest wird investiert.

Im 1. Halbjahr meldete Zurich einen Wertanstieg der ULIPs von 13,9 Mrd. $

Im Vorjahr betrug dieser Wert nur 1,8 Mrd. $. Der Gesamtumsatz kletterte entsprechend um 41,2% auf 39,2 Mrd. $, und der Gewinn stieg um 14% auf 2 Mrd. $. Mit einem operativen Ergebnisanstieg von 46% auf 1,7 Mrd. $ entwickelte sich vor allem das Schaden- und Unfallgeschäft hervorragend. Auch die Farmers-Versicherungen legten eine zufriedenstellende Performance hin, während das Geschäft mit den Lebensversicherungen hinterherhinkt.

Um diese Sparte solider aufzustellen, wurden bereits im Dezember 2017 Teile der australischen Lebensversicherung OnePath übernommen. Ende Mai 2019 hat Zurich die restlichen Anteile erworben. Um Zukäufe weiterhin flexibel durchführen zu können, greift Zurich immer wieder am Kapitalmarkt zu. Bereits zum 2. Mal sicherte sich das Management dieses Jahr frisches Kapital in Höhe von 500 Mio. $ in Form von Anleihen. Zurich gibt sich optimistisch, die eigenen mittelfristigen Ziele übertreffen zu können.

Unternehmensporträt

Zurich Insurance Group entstand 1998 aus der Fusion von Zurich Versicherung und der Geschäftseinheit Finanzdienste des britischen Konzerns B.A.T. Industries. Das Unternehmen operiert hauptsächlich in Nordamerika und Europa, aber auch in Wachstumsmärkten wie Asien und anderen Schlüsselländern, weltweit insgesamt in über 170 Ländern.

Vienna Insurance Group blickt auf ein solides 1. Halbjahr zurück

Die Bruttoprämien legten um 5,6% auf 4,9 Mrd. € zu. Besonders dynamisch entwickelten sich die osteuropäischen Märkte mit Wachstumsquoten von 19,5% in Polen, 33% im Baltikum und 42,9% in Bulgarien. Obwohl die Prämieneinnahmen am Heimatmarkt Österreich mit einem Plus von 2,1% nur unterdurchschnittlich stiegen, kletterte das Segmentergebnis vor Steuern um 14,6% auf 87,9 Mio. €. Das liegt einerseits an der stabilen Combined Ratio, die sich trotz erhöhter Schneedruckschäden bei 95,3% halten konnte.

Andererseits wurden im Vorjahr Rückstellungen im Zusammenhang mit der Verschmelzung der Versicherungen mit der Wiener Städtischen gebildet. Für Kopfzerbrechen sorgt weiterhin Rumänien. Die Prämieneinnahmen gingen um 13,9% auf 234,9 Mio. € zurück. Vienna Insurance Group arbeitet bewusst an der Reduktion des Kfz-Haftpflichtportfolios, das in der Vergangenheit immer wieder für negative Entwicklungen gesorgt hat.

Schadensquote in Rumänien soll verringert werden

Im 1. Halbjahr kletterte die Combined Ratio in Rumänien um 4 Prozentpunkte auf 102,6%. Die Vienna Insurance Group musste damit 102,6% der Prämieneinnahmen für Schadensfälle aufwenden. Insgesamt gelang es der Vienna Insurance Group jedoch, die Combined Ratio bei 96,4% zu halten. Mittelfristig visiert das Management die 90%-Marke an.

Die Vienna Insurance Group ist mit einer Kapitalausstattung nach Solvency II von über 230% solide finanziert. Das Versicherungsgeschäft auf den osteuropäischen Märkten boomt, und der Gewinn pro Aktie legte im 1. Halbjahr um 15,7% auf 2,36 € zu.

Unternehmensporträt

Die Vienna Insurance Group (VIG) ist mit einem Marktanteil von 24% die führende Versicherung Österreichs. Der Konzern ist 2008 nach dem Erwerb der Versicherungsgeschäfte der Erste Group Bank auch zur Nummer 1 in der Region Mittel-/Osteuropa aufgestiegen. Als Komposit-Versicherer bietet die Gruppe ihren Kunden Produkte und Versicherungslösungen in den Sparten Schaden/Unfall, Lebens- und Krankenversicherung an.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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