Zurückhaltung vor Fed-Entscheidung

Gewinnmitnahmen und Zurückhaltung dominierten die Stimmung in Frankfurt zum Wochenausklang. Sowohl am Donnerstag als auch am Freitag verzeichnete der Dax Abschläge von jeweils knapp einem Prozent.

Unterm Strich blieb ein Schlusswert von 10.123 Zählern stehen – auf Wochensicht immerhin noch ein Plus von rund 0,9 Prozent.

Anstehende Fed-Entscheidung sorgt für Zurückhaltung

Vor allem mit Blick auf die anstehende Zinsentscheidung in den USA agierten die Anleger vorsichtig. In dieser Woche kommen die Währungshüter der Federal Reserve um Chefin Janet Yellen zu ihrer nächsten Sitzung zusammen, um über die weitere Zinspolitik zu beraten.

Selten war im Vorfeld so unklar, wie die Entscheidung ausfallen wird. Es hatte in der Vergangenheit mehrfach Hinweise gegeben, die auf eine erste Zinsanhebung im September hingedeutet hatten. Doch neue Unwägbarkeiten wie die Konjunkturschwäche Chinas sorgen nun für neue Fragezeichen.

Zudem waren US-Daten zur Konjunktur- und Arbeitsmarktentwicklung zuletzt gemischt ausgefallen, sodass keine eindeutige Interpretation möglich war. Es bleibt also spannend und vor der Fed-Entscheidung werden sich die Anleger wohl auch weiterhin nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

Energiekonzerne massiv unter Druck

Mit Blick auf die Einzelwerte gerieten einmal mehr die Energiekonzerne unter Beschuss. Aktien von RWE und Eon zählten sowohl am Donnerstag als auch am Freitag zu den größten Verlierern des Tages.

Hintergrund war eine Entscheidung der Bundesregierung, per Gesetzesänderung zu verhindern, dass Eon seine Kraftwerke und damit seine Risiken abspaltet. Damit dürfte der Konzern verantwortlich bleiben für den langwierigen und kostenintensiven Rückbau seiner Atomkraftwerke – keine guten Aussichten für den Aktienkurs, der auf ein neues Rekordtief zurückfiel und nach einem Minus von mehr als 7 Prozent am Donnerstag am Freitag noch einmal weitere 4,4 Prozent einbüßen musste.

In diesem Abwärtssog wurde auch das RWE-Papier mitgerissen, das sich am Donnerstag um gut 4 Prozent und am Freitag noch einmal um weitere 3,4 Prozent verbilligte.

14. September 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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