Zwei Aktien-Favoriten der Baubranche

Der florierende Wohnungsbau sollte vor allem bei Unternehmen wie Sto und Geberit für volle Auftragsbücher sorgen. Sto profitiert darüber hinaus von Subventionen bei der Bausanierung. (Foto: Jinning Li)

Trotz der ungünstigen Witterung im Frühjahr und der schwachen Konjunktur in einzelnen Regionen konnte die Sto AG den Umsatz im 1. Halbjahr leicht steigern.

Das operative Ergebnis ging dagegen um 18,2% auf 18,8 Mio € zurück. Verantwortlich waren hohe Abschreibungen sowie überproportional gestiegene Ausgaben für Personal, Marketing und Instandhaltung. Wegen eines schwächeren Finanzergebnisses und eines deutlich höheren Anteils Dritter ging der Nettogewinn sogar um 21,7% zurück.

Das Deutschland-Geschäft schrumpfte um 1,2% auf 229,5 Mio €. Neben dem schlechten Wetter bremste die Investitionszurückhaltung im Hinblick auf eine künftige Förderung von Maßnahmen zur energetischen Sanierung die Nachfrage. Hinzu kam eine Diskussion über ökologische Folgewirkungen und Brandrisiken von Fassadensystemen, die die Bauherren verunsicherte.

Der Auslandsumsatz wuchs dagegen um 1,3% auf 290,6 Mio €. Gute Geschäfte in Amerika und Frankreich konnten die Rückgänge in den Krisenländern Süd- und Osteuropas mehr als ausgleichen.

Trotz der Ertragseinbußen ist Sto immer noch sehr finanzstark. Das Nettofinanzguthaben erhöhte sich im Jahresvergleich um 3,6% auf 31,9 Mio €, und die Eigenkapitalquote liegt bei 62%. Im Gesamtjahr erwartet Sto ein Umsatzwachstum von 2% und wegen der gestiegenen Kosten ein geringeres operatives Ergebnis.

2014 dürfte es wieder aufwärts gehen

Besonders in Deutschland zahlen sich Dämmsysteme angesichts steigender Energiekosten immer mehr aus. Zudem wird der Ausbau der Aktivitäten in Asien und Südamerika für bessere Ergebnisse sorgen.

Unternehmensporträt

Die Sto AG gehört zu den bedeutendsten Herstellern von Produkten und Systemen für Gebäudebeschichtungen. Führend ist Sto in der Wärmedämmung. Zum Sortiment gehören daneben Fassadenelemente sowie Putze und Farben. Das Angebot umfasst insgesamt rund 30.000 Artikel. Sto ist 90 mal in Deutschland und mit 38 Gesellschaften in Europa, Asien und den USA vertreten.

Geberit wächst

Trotz schwieriger konjunktureller Rahmenbedingungen ist Geberit im 1. Halbjahr profitabel gewachsen. Das währungsbereinigte Umsatzwachstum betrug 1,1%, das Betriebsergebnis stieg um 4,1% auf 270,6 Mio SFr, und die operative Marge verbesserte sich von 26,2 auf 26,5%.

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Der Zielkorridor von 23 bis 25% wurde damit erneut deutlich übertroffen. Positiv ausgewirkt hat sich der geringere Materialaufwand. Negativ zu Buche schlugen dagegen höhere Rabatte, Personal-, Zoll- und Frachtkosten.

Beide Sparten trugen zum Wachstum bei

Die Entwicklung in den einzelnen Regionen war allerdings sehr unterschiedlich. Überzeugt hat der Hauptmarkt Deutschland mit einem Zuwachs von 6,7%. Auch im Nahen Osten sind Produkte von Geberit immer mehr gefragt.

In Amerika und Ostasien gingen die Erlöse allerdings zurück. Besonders in China hat die Überhitzung am Immobilienmarkt Spuren hinterlassen. Für das Gesamtjahr hat Geberit ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 3% sowie eine operative Marge vor Abschreibungen über Vorjahresniveau in Aussicht gestellt. Das tatsächliche Wachstum dürfte erheblich höher ausfallen.

Unsere Umsatz- und Gewinnschätzung bleibt unverändert. Mit seinem neuen hygienischen Dusch-WC AquaClean will Geberit jetzt auch die Märkte Europas erobern, besonders Deutschland. In vielen Ländern Asiens gehört das Dusch-WC schon seit langem zur Standardausstattung. Allein in Japan liegt der Marktanteil bei 80%.

Für Geberit sprechen nicht nur die innovativen Produkte, sondern auch die hohe Rentabilität sowie die Charttechnik. Der Aufwärtstrend ist intakt.

Unternehmensporträt

Geberit wurde 1874 gegründet und ist heute in Europa Marktführer in der Sanitärtechnik. Der Konzern ist in 41 Ländern vertreten. Das Produktangebot umfasst Sanitärsysteme wie Spülkästen, Armaturen und Apparateanschlüsse sowie Rohrleitungssysteme zur Hausentwässerung und -versorgung.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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