2 Banken, die ihre Hausaufgaben gemacht haben

Trotz der schwierigen Lage im Banken-Sektor finden sich gleich 2 Banken, die ihre Sache richtig gemacht haben. Hier erfahren Sie, welche: (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Um 1/3 ist der Aktienkurs von J.P. Morgan Chase & Co. seit der Wahl von Donald Trump gestiegen. Im 1.Quartal zeigte sich, dass der Zuwachs gerechtfertigt war:

Allein im Investment-Banking erwirtschaftete J.P. Morgan Chase & Co. einen Gewinn von 3,2 Mrd. $; 64% mehr als im Vorjahr.

Dabei profitierte das Geldhaus von seiner starken Position im M&A-Geschäft, also der Beratung bei Fusionen und Übernahmen.

Allein in diesem Bereich stieg der Gewinn um 37% auf 1,8 Mrd. $.

Die Eigenkapitalrendite im Investment-Banking erreichte traumhafte 18%

Dazu kam ein starkes Geschäft mit Wertpapieren wie Anleihen und verbrieften Produkten.

Insgesamt hat das Geldhaus mit 6,45 Mrd. $ rund 17% mehr verdient. Das ist mehr als der Markt erwartet hatte.

Zum Vergleich: Die Deutsche Bank hat einen Verlust von 1,4 Mrd. € ausgewiesen. Grund für den Zuwachs war der rege Wertpapier-Handel im Vorfeld der Wahlen in Europa.

Alle Geschäftsbereiche haben sich gut entwickelt

J.P. Morgan Chase & Co. ist breit aufgestellt:

  • Zum einen ist die Bank einer der wichtigsten Akteure an den internationalen Finanzmärkten.
  • Und zum anderen besitzt der Konzern ein starkes Einlagen- und Kreditgeschäft bei amerikanischen Privatkunden.

Den US-Verbrauchern und Firmen geht es gut. Diese Entwicklung spiegelt sich in der um 500 Mio. $ auf 1,3 Mrd. $ gesunkenen Risikovorsorge für faule Kredite wider.

Die Erträge der Bank – also die gesamten Einnahmen – stiegen um 6% auf 25,6 Mrd. $.

Da alle Geschäftsbereiche für langfristiges Wachstum gut aufgestellt sind, zeigt sich J.P. Morgan Chase & Co. für 2017 optimistisch.

Banken-Porträt

J.P. Morgan Chase & Co. entstand am 31.12.2000 aus der Fusion von J.P. Morgan und Chase Manhattan.

Die kombinierte Gesellschaft J.P. Morgan Chase fusionierte am 1.7.2004 mit Bank One.

Übernahme der Großsparkasse Washington Mutual und der Investmentbank Bear Stearns in der Finanzmarktkrise 2008.

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Wichtige Geschäftssegmente sind Investmentbank, Retail Financial Services und Kreditkarten-Services.

Bank of America erzielte 2016 das drittbeste Ergebnis der Firmengeschichte

Mehr als 16 Mrd. $ verdiente die Bank nur in den Jahren 2005 und 2006.

Vor der Finanzkrise waren der Gewinn und die Dividende pro Aktie aufgrund der viel geringeren Aktienanzahl wesentlich höher als heute.

Folglich ist die Bank-of-America-Aktie immer noch weit von den damaligen Kursständen entfernt.

Im Gegenzug wurden Staatshilfen frühzeitig zurückgezahlt, das Eigenkapital erheblich gestärkt und die Kosten reduziert.

Mit der wiedererstarkten Ertragskraft und einer deutlich widerstandsfähigeren Bilanz geht der Konzern jetzt dazu über, die Aktien-Anzahl durch Rückkäufe zu reduzieren und mehr Dividenden auszuschütten.

Die Zuversicht des Managements stützt sich auch auf die steigenden Zinsen in den USA, was die Stärke der US-Wirtschaft unterstreicht und mit dazu beitragen soll, die Ziele zu erreichen.

Das langfristige Ziel ist, eine Rendite von 1% auf die Bilanzsumme zu erwirtschaften. Im 1. Quartal 2017 kam Bank of America diesem Ziel ein weiteres Stück näher.

Im Zuge der Ergebnis-Verbesserungen in allen Segmenten stieg der Quartalsgewinn um 40% auf 4,9 Mrd. $.

Dabei stieg die Ausschüttungs-Quote mit Dividenden und Aktienrückkäufen im Wert von 3,1 Mrd. $ nochmals deutlich.

Ich sehe die Bank of America auf einem guten Weg

Angesichts der guten Geschäftslage, der moderaten Aktienbewertung und der zunehmenden Attraktivität der Aktie im Hinblick auf eine Shareholder-Value-Politik bewerte ich die Kurs-Aussichten mit überdurchschnittlich.

Banken-Porträt

Die Bank of America (BoA) entstand aus der Fusion von BankAmerica und NationsBank im September 1998.

Die besonders im Privatkunden-Geschäft und in der Unternehmens-Finanzierung tätige Bank ist mit Zweigstellen in den USA und mit Repräsentanzen in 30 Ländern der Welt vertreten.

Weiteres Wachstum gelang dem Konzern auch durch Akquisitionen von:

  • FleetBoston in 2004,
  • MBNA in 2006,
  • LaSalle in 2007,
  • Countrywide in 2008
  • und Merrill Lynch im Januar 2009.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.