Zwei interessante Tabak-Aktien mit völlig unterschiedlichen Ansätzen

Swedish Match geht mit seinen Kautabak- und Snus-Produkten einen völlig anderen Weg als der Tabakkonzern British American Tobacco. (Foto: REDPIXEL.PL / shutterstock.com)

British American Tobacco (BAT) konnte im vergangenen Jahr mit einem Umsatzplus von fast 38% auf 20,3 Mrd.  £ glänzen. Der operative Gewinn legte um rund 39% auf 6,5 Mrd. £ zu.

BAT hat nicht nur von positiven Währungseffekten profitiert, sondern auch von der US-Steuerreform. Die Neubewertung latenter Steuern im Zusammenhang mit der Reynolds-Übernahme führte zu einer Steuergutschrift, deren Höhe aber nicht bekannt ist.

Im laufenden Jahr erwarten wir eine Fortsetzung des profitablen Wachstumskurses

Zwar geht der Zigarettenabsatz kontinuierlich zurück, bisher aber konnte der Konzern mit Preiserhöhungen immer erfolgreich gegensteuern. Hinzu kommt: Durch die US-Steuerreform wird die Steuerquote von 30% auf 27 bis 28% sinken. Das Wachstum sichert sich BAT mit der Erschließung neuer Geschäftsfelder.

So ist der Konzern mit der Übernahme von Reynolds American in den USA zum führenden Anbieter von E-Zigaretten aufgestiegen. Der Marktanteil beträgt gut 40%. BAT will den Umsatz mit E-Zigaretten in diesem Jahr auf 1 Mrd. £ verdoppeln und bis 2022 auf 5 Mrd. £ verzehnfachen. Das Risiko staatlicher Eingriffe ist gering.

Zwar fordert die US-Gesundheitsbehörde FDA mit Unterstützung der Regierung eine deutliche Reduzierung des Nikotingehalts in Zigaretten. Noch ist aber nicht sicher, ob und wann die Forderung Realität wird. Im Übrigen wäre nur das Geschäft in den USA betroffen, dessen Anteil am Gesamtumsatz gering ist. BAT bleibt ein attraktives Investment im Tabaksektor.

Unternehmensporträt

British American Tobacco (BAT) ist der weltweit größte börsennotierte Tabakkonzern. BAT vertreibt über 300 Marken in mehr als 190 Ländern, produziert in 44 Ländern und ist Marktführer in rund 60 Ländern. Zu den bekanntesten Marken zählen Dunhill, Pall Mall, Lucky Strike und Kent.

British American Tobacco: Ein lohnenswerter Dividendenwert für's DepotBritish American Tobacco ist das zweitgrößte private Tabakunternehmen weltweit. Was Sie über die Geschichte und die geschäftlichen Aktivitäten von BAT wissen sollten. › mehr lesen

Das Zahlenwerk von Swedish Match war erfreulich

Weil sich die rauchfreien Produkte immer größerer Beliebtheit erfreuen, steigerte Swedish Match den Umsatz um 3,6% 16,1 Mrd. SKR. Das operative Ergebnis (EBIT) – ohne den Gewinn aus dem Verkauf der Anteile von STG – erreichte 4,6 Mrd. SKR.

Im November hat Swedish Match nämlich den Verkauf der restlichen Anteile an der Scandinavian Tobacco Group (STG) abgeschlossen. An dem Erlös werden die Aktionäre mit einer Sonderdividende von 7,4 SKR beteiligt. Die reguläre Dividende wird um 8% auf 9,2 SKR erhöht.

Snus und Moist Snuff verkaufen sich hervorragend

Im Produktbereich Snus und Moist Snuff verzeichnete Swedish Match 2017 einige positive Entwicklungen. Sowohl in berichteter als auch in lokaler Währung wuchsen der Umsatz und das EBIT in diesem Produktbereich in Skandinavien und auch in den USA. Der Umsatz mit Snus und Schnupftabak erhöhte sich um 4% auf 5,48 Mrd. SKR.

In Skandinavien erhöhte sich das Volumen um 3% auf 247,6 Mio. Snus-Dosen. Zudem wurde die operative Gewinnmarke von 41,6 auf 43% verbessert. Der Marktanteil in Schweden liegt bei 65,2%, wobei die Premiummarken mit 91,2% Marktanteil so gut wie ein Monopol haben.

Während der Absatz mit Zigarren mit 11% auf 1,64 Mio. Stück einen neuen Rekord erzielte, fiel der Absatz von Kautabak um 5%. Wir gehen davon aus, dass sich der Trend zu weniger schädlichen Tabakgenuss als Alternative zu Zigaretten fortsetzen wird.

Unternehmensporträt

Swedish Match hat ihren Ursprung in der „Svenska Tändsticksaktiebolaget“ (Schwedische Streichholz Aktiengesellschaft), die im Jahre 1917 gegründet wurde. Heute konzentriert sich der Konzern auf Produkte, die im Zusammenhang mit Tabak stehen, wie zum Beispiel Kautabak und Snus, Zigarren und Pfeifentabak sowie Streichhölzer und Feuerzeuge. Produziert wird in 16 Ländern.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.