Zwei Schweizer Top-Unternehmen im Nahrungsmittel-Sektor

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Bei Emmi und Nestlé laufen die Geschäfte. Beide Unternehmen rechnen in diesem Jahr mit einem soliden Wachstum. (Foto: Bborriss.67 / Shutterstock.com)

Emmi hat mit seinen Jahreszahlen die Markterwartungen übertroffen. Der Konzern hat 2,8% mehr umgesetzt und unter dem Strich 44,4% mehr verdient. Auf bereinigter Basis ohne den Erlös aus einem Beteiligungsverkauf stieg der Gewinn um 8,6% auf 175,5 Mio. SFr. Das operative Ergebnis verbesserte sich dank der Konzentration auf margenstarke Markenprodukte um 5,3% auf 216,7 Mio. SFr. Abgesehen von der Schweiz haben alle Regionen sowie alle wichtigen Sparten zum Wachstum beigetragen.

Emmi geht von weiterem Wachstum aus

In diesem Jahr erwartet das Management ein Umsatzwachstum von 2 bis 3%, eine Nettomarge von 4,7 bis 5,2% sowie ein operatives Ergebnis von 215 bis 220 Mio. SFr. Den anhaltenden Preisdruck im internationalen Geschäft will Emmi wie bisher mit Rationalisierungen und Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz kompensieren. Auch in der Schweiz steigen die Kosten. Entsprechend plant der Konzern Preiserhöhungen, was aber nicht einfach wird. Denn der Einzelhandel fordert eher Zugeständnisse. Fortgesetzt wird auf jeden Fall die Internationalisierung.

Emmi erhöht seine Beteiligung an der brasilianischen Laticinios Port Alegre auf 70%. Denn die Geschäfte laufen gut. 2018 erwirtschaftete die Molkerei einen Umsatz von 160 Mio. SFr. Emmi sieht in Lateinamerika große Wachstumschancen. Zudem baut Emmi mit einer 66%-Beteiligung an der österreichischen Leeb Biomilch (Umsatz 2018: 17 Mio. SFr) seinen Marktanteil im Wachstumssegment Ziegen- und Schafmilch aus. Im Juli wurde noch der italienische Dessert-Spezialist Pasticceria Quadrifoglio übernommen (Umsatz 2018: 19 Mio. €).

Unternehmensporträt

Die 1993 gegründete Emmi AG gehört zu den führenden Milchverarbeitern in Europa. Der Konzern konzentriert sich auf die Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Molkerei- und Frischprodukten sowie auf die Herstellung und den Handel von und mit Schweizer Käse. Die Kunden von Emmi sind der Einzelhandel, der Bereich Food Service (Großhandel, Gastronomie und Hotellerie) und die Lebensmittelindustrie.

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Nestlé hat ausgezeichnete Halbjahresergebnisse veröffentlicht

Der Umsatz stieg um 3,5%, organisch um 3,6%, und die bereinigte operative Marge verbesserte sich dank erfolgreicher Sparmaßnahmen und Effizienzsteigerungen von 16,1 auf 17,1%. Der Gewinn ging dagegen um 14,6% zurück. Im Vorjahr profitierte der Konzern von einem Sonderertrag aus dem Verkauf des US-Süßwarengeschäfts. Als großer Erfolg erweist sich der Deal mit Starbucks. Im vergangenen Jahr hat sich Nestlé für 7 Mrd. $ das Recht gesichert, die Produkte des US-Konzerns weltweit in Supermärkten zu verkaufen. Wie gut das Kaffee-Geschäft, das in der Getränke-Sparte angesiedelt ist, abgeschnitten hat ist nicht bekannt.

Die Sparte erzielte aber mit 10,7% das höchste Umsatzwachstum und mit 23% die höchste Marge. Eher enttäuschende Ergebnisse lieferten nur die Sparten Wasser und Süßwaren. Für das Gesamtjahr hat das Management ein organisches Umsatzwachstum von 3,5% und eine bereinigte operative Marge von mindestens 17,5% in Aussicht gestellt. Das heißt: Bestenfalls könnte sich der Konzern bereits innerhalb des erst für 2020 angepeilten Zielkorridors von 17,5 bis 18,5% bewegen.

Fortschritte gab es auch bei der Portfoliobereinigung

Nestlé hat für seine Hautpflegeprodukte einen Käufer gefunden, der bereit ist, für 2,8 Mrd. SFr Umsatz 10,2 Mrd. SFr zu zahlen. Der Sonderertrag vor Steuern von geschätzt 4 Mrd. Sfr wird nach Abschluss der Transaktion im 2. Halbjahr gebucht. Für den Fleischwarenhersteller Herta gibt es ebenfalls Interessenten. Nestlé bleibt ein Top-Unternehmen im Nahrungsmittel-Sektor.

Unternehmensporträt

1866 von einem deutschen Apotheker gegründet, ist Nestlé heute der größte Schweizer Industriekonzern und weltweit die Nummer 1 unter den Nahrungsmittelherstellern. Mit mehr als 2.000 Produkten ist Nestlé in 190 Ländern vertreten. Die Palette der Markenartikel umfasst Getränke, Milch- u. Diätprodukte, Babynahrung, Cerealien, Schokolade, Süßwaren, Konserven, (Tiefkühl-)Fertiggerichte und Tierfutter.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.