2 Wein-Aktien, die neugierig machen

Schloss Wachenheim hatte einen gelungenen Start ins neue Geschäftsjahr.

Zwar hat der Konzern im 1. Quartal 2016 etwas weniger umgesetzt, aber deutlich mehr verdient.

Verantwortlich waren ein günstigerer Produktmix, geringere Fracht- und Gebäudekosten und Werbe-Aufwendungen sowie ein besseres Finanz-Ergebnis.

Die Absatz-Regionen entwickelten sich sehr unterschiedlich

Am besten abgeschnitten hat Osteuropa. Dort stiegen der Umsatz um 8,2% und das operative Ergebnis um 23%.

In Frankreich, dem mit Abstand profitabelsten Markt, lagen Umsatz und Ergebnis auf Vorjahres-Niveau.

In Deutschland ging der Umsatz dagegen um 5,7% zurück, der Verlust hat sich aber gedrittelt. Schon im 2. Quartal dürfte der Turnaround gelungen sein.

Denn mit der Modernisierung der Produktion am Standort Trier hat Schloss Wachenheim die Kosten weiter gesenkt.

Unabhängig davon ist das 2. Quartal mit dem wichtigen Weihnachts- und Silvester-Geschäft immer von entscheidender Bedeutung für die Geschäfts-Entwicklung im gesamten Jahr.

Das Management hat sich zwar noch nicht geäußert. Angesichts des guten Konsum-Klimas in Deutschland und Polen gehen wir aber von einem starken Verlauf aus.

Schloss Wachenheims Jahresziele sind sehr konservativ geschätzt

Vor diesem Hintergrund halten wir auch die bestätigten Jahresziele für zu konservativ. Der Konzern hatte bereits im September einen konstanten Umsatz und Gewinn in Aussicht gestellt.

Für Schloss Wachenheim sprechen die starke Marktstellung und Bilanz, kontinuierlich steigende Dividenden und die niedrige Bewertung.

Die Aktie notiert unter Buchwert. Leider verhindert der geringe Börsenwert den Aufstieg in den SDax.

Unternehmens-Porträt

Schloss Wachenheim gehört zu den weltweit führenden Sekt-Herstellern. Die Produkt-Palette reicht von Sekt und Schaum- bis Perlwein und andere innovative Getränke auf Weinbasis.

Das Unternehmen setzt jährlich rund 230 Mio. Flaschen ab. Bekannte Marken sind Faber und Feist.

Hawesko: Zahlen für die ersten 9 Monate lagen im Rahmen der Erwartungen

Bei einem Umsatz leicht unter Vorjahres-Niveau konnte Hawesko die operative Marge von 2,1 auf 5,3% verbessern.

Im vergangenen Jahr hatte eine Rückstellung für Vergütungs-Ansprüche des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Margaritoff die Ergebnis-Entwicklung belastet.

Nach dessen plötzlichen Tod sind die Ansprüche weggefallen. Die Rückstellung wurde aufgelöst.

Aber auch auf bereinigter Basis ist die Rentabilität gestiegen. Der kräftige Gewinnsprung beruht ebenfalls auf dem Wegfall des Sondereffekts.

Alle 3 Sparten haben ihre Rentabilität verbessert

Gewachsen sind aber nur Einzel- und Versandhandel. Im Großhandel kam es zu einem Umsatz-Rückgang um 6,5%, weil sich Hawesko stärker auf profitable Umsätze konzentriert.

Die Jahresziele wurden bestätigt: ein Umsatz auf Vorjahres-Niveau, ein operatives Ergebnis von 30,2 – 31,2 Mio. € und ein Nettogewinn von 18 – 19 Mio. €.

Ein gutes Weihnachts-Geschäft vorausgesetzt, könnten die Ergebnisse noch besser ausgefallen sein. Im laufenden Jahr dürfte sich das Wachstum wieder beschleunigen:

Zum einen hat Hawesko die Mehrheit am Online-Marktplatz WirWinzer erworben. Damit hat der Konzern seine Produkt-Palette erweitert und sich den Zugang zu jüngeren Kunden-Gruppen eröffnet.

Zum anderen wurde die Beteiligung an der Schweizer Globalwine AG auf 95% aufgestockt.

Dies beweist: Hawesko ist vom Turnaround bei Globalwine nach der schwierigen Phase infolge der Franken-Aufwertung überzeugt.

Unternehmens-Porträt

Der 1964 gegründete Konzern ist heute einer der weltweit bedeutendsten Anbieter hochwertiger Weine und Champagner.

Hawesko – das Hanseatische Wein- und Sekt-Kontor – operiert in den Bereichen:

  • Versandhandel/E-Commerce,
  • Einzelhandel (Jacques’ Wein-Depot mit 298 Filialen)
  • und Großhandel (Wein Wolf, CWD Champagner & Wein Distributionsgesellschaft, Deutschwein Classics).

31. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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