Zwei weitere Top-Aktien aus der Drogerie- und Kosmetikbranche

Walgreen hatte auch im abgelaufenen Geschäftsjahr mit den anspruchsvollen Marktbedingungen zu kämpfen. Der Umsatz sank um 2,6%. Besonders die Reformen auf dem US-Gesundheitsmarkt wirkten sich negativ auf die Ergebnisse aus. Der Gewinn sank um 17,9%.

Der Zusammenschluss mit dem britischen Pharmahändler Alliance Boots verursachte mehr Probleme als angenommen. Transaktions- und Koordinationskosten sind exorbitant hoch und wirkten sich belastend auf die gesamte Geschäftsentwicklung aus. Langfristig begrüßen wir die Akquisition.

Walgreen ist ausschließlich in den USA vertreten

Die Abhängigkeit zur US-Konjunktur schlug sich im Zahlenwerk deutlich nieder. Mit der Übernahme von Alliance Boots werden wichtige Wachstumsimpulse gewonnen. Der Vorstoß über den Atlantik hinaus, nach Europa und in die stark wachsenden Schwellenländer, eröffnet ein gewaltiges Marktpotenzial.

Walgreen setzt voll auf Wachstum

Künftig setzt Walgreen voll auf Wachstum und möchte sich international breiter aufstellen. Dabei liegt der Fokus auf Lateinamerika und Asien. Auch in Europa soll die Geschäftsdynamik vorangetrieben werden. Zugleich sollen aber auch Kosten eingespart und die Profitabilität gesteigert werden.

Erste Erfolge können schon festgestellt werden. Für das 4. Quartal präsentierte Walgreen hervorragende Zahlen. Der Umsatz wurde kräftig angekurbelt und um 5,1% gesteigert. Durch weniger Sonderbelastungen stieg der Gewinn überproportional um fast 77%.

Unternehmensporträt

Walgreen Co. wurde 1901 von Charles Walgreen gegründet und ist zur größten Drogeriekette der USA aufgestiegen. Der Konzern betreibt über 7.771 Drogerien in 50 Bundesstaaten, District of Columbia, Guam und Puerto Rico. Die Expansion der Einkaufsmärkte, die eine Mischung aus Apotheke, Drogerie und Supermarkt darstellen, verläuft sehr dynamisch. Im Kerngeschäft werden verschreibungspflichtige und rezeptfreie Medikamente vertrieben.

Reckitt Benckiser mit erwartet solider Entwicklung

Reckitt hat sich in den ersten 9 Monaten solide entwickelt und den Umsatz um 6,4% gesteigert. Dank dem starken Markenportfolio, der breiten Produktpalette und den enorm hohen Wachstumsraten in den Schwellenländern konnte die schwache Umsatzdynamik in Europa überkompensiert werden.

Das Marktumfeld ist weiterhin heftig umkämpft. Dennoch sollen durch entsprechende Kostensenkungsmaßnahmen und Effizienzprogramme die Margen stabil gehalten werden. Zugleich kündigte der Konzern an, sich im Pharmageschäft zu verändern. Künftig sollen gezielte Investitionen in die Produktpalette sowie in Forschung und Entwicklung das langfristige Wachstum sicherstellen. Zuletzt sank der Umsatz der Schmerzmittel um knapp 14%. Größtes Sorgenkind ist das Heroin-Ersatzmittel Suboxone.

Die auslaufenden Patente und das steigende Angebot an homogenen Nachahmerprodukten belastet zunehmend das operative Geschäft. Auch ein Verkauf der gesamten Sparte ist nicht ausgeschlossen. Allerdings ist vorerst nicht mit einer schnellen Entscheidung zu rechnen. Im Februar erscheinen zwei neue Generika-Pillen. Der Verkaufserfolg gilt als wichtiger Indikator für die Weiterentwicklung des Pharmageschäfts.

Im Bereich der nicht-verschreibungspflichtigen Arzneimittel verlief die Geschäftsdynamik dagegen robuster. Der stärkste Wachstumstreiber bleibt aber die Sparte der Hygieneartikel. Etablierte Marken wie Cilit Bang, die Durex-Kondome oder Calgon erfreuen sich auch in den Schwellenländern einer steigenden Nachfrage.

Unternehmensporträt

Reckitt Benckiser plc entstand im Dezember 1999 aus der Fusion von Reckitt & Colman und Benckiser. Der britische Konzern ist der globale Marktführer bei Haushaltsreinigern und ein international führender Hersteller von Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln. Globale Strategie mit 19 Power-Marken, darunter Calgon und Sagrotan (Wäsche), Calgonit/Finish (Geschirr) und Clearasil (Hautpflege). Pharma- und Nahrungsmittelgeschäfte sind Randaktivitäten.

18. Dezember 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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