Zwischen 30 und 40% Tagesverlust: US-Ölaktien brechen massiv ein

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So etwas hat es noch nicht gegeben. Gerade die US-Ölaktien sind gestern massiv eingebrochen und haben in vielen Fällen zwischen 30 und 40% an Wert verloren. (Foto: Avigator Thailand / shutterstock.com)

Ein weiterer „Schwarzer Montag“ an den Börsen liegt hinter uns. In der Spitze sackte der DAX um mehr als 1.000 Punkte ab – das waren 9%. Doch noch sehr viel heftiger erwischte es viele Titel aus dem Energiesektor. Ich hatte Ihnen schon vom Absturz am Ölmarkt berichtet.

Der fiel aber nach der Schwäche am vergangenen Freitag gestern mit einem Verlust von knapp 30% in der Spitze massiv aus und erreichte so historische Dimensionen. Seit dem Golfkrieg 1991 ist der Ölpreis nicht mehr so stark an einem einzigen Handelstag abgestürzt.

Wie Sie sich vorstellen können, hat es vor allem die Energiewerte getroffen. So sind bekannte Namen aus dem großen S&P 500 Index allein gestern zwischen 30 und 40% eingebrochen. So etwas hat es selbst in der schwankenden Energiebranche noch nie zuvor gegeben. Hier möchte ich Ihnen nur ein Beispiel nennen: Halliburton ist einer der wichtigsten Dienstleister in der Ölbranche. Diese Aktie brach am Montag an der Wall Street um rund 37% ein.

Und warum haben gestern die US-Werte so massiv verloren? Das liegt an einer Verkettung negativer Meldungen. So ist zunächst die Ölnachfrage durch die Ausbreitung von Covid-19 schon zuletzt deutlich gesunken. Laut aktueller Zahlen werden jetzt bis zu 3 Mio. Barrel Öl weniger pro Tag weltweit benötigt und der Wert erreicht nur noch gut 98 Mio. Barrel.

Dann hat es eben den massiven Preiseinbruch beim Öl gegeben. Das hat alle Ölproduzenten getroffen – doch die nordamerikanischen Werte stehen besonders unter Druck, weil diese Firmen oft auch sehr hoch verschuldet sind.

US-Ölfirmen sind oft hoch verschuldet – das mach sie anfällig

So sind die sprudelnden Einnahmen aus dem Fracking-Boom auch für die Begleichung der Schulden eingesetzt worden. Allerdings sind dafür Ölpreise von 45 USD und mehr nötig. Wenn jetzt der Ölpreis klar darunter notiert, werden etliche US-Produzenten schnell die Zinszahlungen nicht mehr leisten können, weil eben kein großer Cash-Flow mehr übrig bleibt oder der sogar komplett zusammenschrumpft.

Und die Gefahren gehen sogar noch weiter: Sollten einige Ölkonzerne in Zahlungsschwierigkeiten kommen, würde sich das auch direkt auf die Banken auswirken. Sie sehen hier deutlich: Das Corona-Virus dient oft nur als Auslöser für eine Entwicklung, die dann noch sehr viel weitere Kreise zieht. Genau diese Gefahr besteht immer noch und so ist es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar, wann diese Krise wirklich vorüber ist.

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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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