Zwischenbilanz 2020: Gold und Goldminen hängen die Standardaktien ab

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Gold und auch Silber erleben ein herausragendes Jahr – auch wegen der Unsicherheit durch die Corona-Krise. (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Die Edelmetalle gehören in diesem Jahr zu den besten Anlageklassen überhaupt. Auch ausgelöst durch die Corona Krise ging es nicht nur bei Gold und Silber, sondern vor allen Dingen auch bei den Aktien aus diesem Segment deutlich nach oben.

Doch gerade im Segment der Edelmetallaktien hat es hier deutliche Unterschiede gegeben, die ich Ihnen in der aktuellen Ausgabe genauer vorstellen möchte. Erstmal ist es wichtig festzuhalten, dass der Goldpreis 2020 ein absolut herausragendes Jahr hat. Bis jetzt hat der Preis in US-Dollar gerechnet schon um knapp 28% zugelegt.

Der maßgebliche Goldminen Index HUI schaffte sogar einen Zuwachs von rund 40%. Das hört sich erst einmal sehr viel an. Doch in starken goldmärkten legen die Goldaktien normalerweise noch deutlich stärker zu. Oft ist es so, dass Goldaktien im Verhältnis zum Goldpreis im Verhältnis von 3 zu 1 gehandelt werden. Ein Prozent Zuwachs beim Goldpreis schlägt sich dann oft bei den Goldaktien in einem Zuwachs von rund 3% nieder.

Silberpreis ist noch deutlich schneller gestiegen

Noch sehr viel stärker ist auf Jahressicht bislang der Silberpreis gestiegen – mit einem Zuwachs von rund 51%. Ein maßgeblicher Branchenindex für Silberminen Aktien hat jedoch nur um rund 31% zugelegt. Hier hat es also eine klare Underperformance der Silberaktien zum Silberpreis gegeben.

In dem genannten Silber 7 Index sind die größten führenden Silberproduzenten der Welt enthalten. Allerdings gibt dieser Index natürlich auch nur ein eingeschränktes Bild des Marktes wieder, da nur 7 Aktien enthalten sind. Deutlich breiter aufgestellt ist der Global X Silver Miners ETF. Doch auch dieser Index hat auf Jahressicht bislang nur um 48% zugelegt und damit auch weniger als der Silberpreis an sich.

Im Vergleich zu den Standardaktienmärkten ist das aber immer noch eine herausragende Wertentwicklung – vor allen Dingen eben in Zeiten der Corona-Krise. Immerhin liegt der S&P 500 Index in den USA jetzt schon wieder mit einem Zuwachs von rund 6% im Plus – mehr aber auch nicht und das trotz der herausragenden Performance von Apple, Facebook oder Google. Beim maßgeblichen deutschen Leitindex Dax gibt es noch einen leichten Verlust von rund einem Prozent im Vergleich zum Jahresanfang. Deutlich schlechter steht noch der Euro Stoxx 50 Index als maßgeblich europäische Index mit einem Minus von mehr als 11% in diesem Jahr.

Daran lässt sich ganz klar ablesen: Edelmetalle und Edelmetall-Aktien haben in diesem Jahr die breiten Aktienmärkte deutlich abgehängt. Hier ist einmal mehr erkennbar, wie stark auch die Corona-Krise auf die Finanzmärkte gewirkt hat. Dennoch muss auch eins klar sein: Solche Entwicklungen sind in normalen Marktphasen eher ungewöhnlich und daher sollten sie als Anleger Gold und Silber nicht zu stark gewichten in ihren Depots, denn die Schwankungen bei den Edelmetallen sind nun einmal oft deutlich größer als bei den Standardaktien.

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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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