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Continental: Mit festem Grip in den DAX

Elmar Degenhart: Aus der Pleite in den DAX

Continental steht seit jeher auch für den Motorsport. Der viertgrößte Reifenhersteller der Welt hat sich daher den richtigen Vorstandschef ins Boot geholt: Elmar Degenhart mag man im Büro zwar als ruhigen Analysten schätzen, es ist jedoch bekannt, dass er die Produkte seiner Firma gerne auch mal auf der Rennstrecke zum Qualmen bringt.

Seit 2009 ist Degenhart nun Chef beim hannoverischen Automobilzulieferer. Anfangs noch als Himmelfahrtskommando verschrien, hat Degenhart den damals noch hochverschuldeten Konzern aus der Krise bis in den DAX geführt. Dabei sah es zu Anfang seiner Karriere eher aus, als würde er einen anderen Weg einschlagen.

So studierte Degenhart an der Universität in Stuttgart im Fach Luft- und Raumfahrttechnik und machte wenig später seine Promotion am Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung.

Der Wechsel in die Automobilbranche

Wenig später wechselte Elmar Degenhart jedoch in die Automobilbranche, in der er schnell Karriere machte. So stieg er Mitte der 1990er Jahre in verschiedene Führungspositionen bei ITT Automotive Europe auf, bevor er als Mitglied der Geschäftsleitung bei Continental Teves erste Erfahrungen bei seinem heutigen Arbeitgeber sammelte.

2004 wurde er jedoch zunächst vom Konkurrenten Bosch als Vorsitzender des Bereichs Chassissysteme angestellt. Nach einer Anstellung bei Keiper Recaro wurde Degenhart Geschäftsleiter Automotive bei der Schaeffler KG, welcher 2008 die Continental AG übernahm.

Gute Voraussetzungen also für Degenhart, als 2009 Kritik am bisherigen Geschäftsführer von Continental, Karl-Thomas Neumann, laut wurde. Dieser hatte die Schaeffler Gruppe in einem offenen Brief stark kritisiert, die neuen Besitzer entzogen Neumann nur wenig später die Unterstützung.

Degenhart gilt als Akribiker

Degenhart profitierte bei seiner Ernennung jedoch nicht nur von seinen Beziehungen. Auch sein Ruf von früheren Arbeitgebern, er sei ein akribischer Analyst, der zügig die richtigen Lösungsansätze präsentieren könne, brachte ihn letztendlich auf den Chefsessel. Dass auch die Angestellten voll des Lobes über ihren früheren Chef waren, beschleunigte diese Entwicklung noch weiter.

Dabei hatte Degenhart eine wahre Mammutaufgabe vor sich. 12 Mrd. € Schulden drückten Continental noch im Winter 2012, der Umsatz war ebenfalls deutlich gesunken. Mit seiner ruhigen Art und klugen Entscheidungen über den Ausbau verschiedener Sparten konnte sich Degenhart jedoch nicht nur auf seinem Posten halten, sondern den Umsatz deutlich erhöhen.

So erreichte der Konzern 2012 neue Rekordzahlen mit einem Umsatz von 32,7 Mrd. €. Ebenfalls 2012 stieg das Unternehmen erneut in den DAX ein und zählt somit wieder zu den größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland.

Vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2019

Dieser Erfolg zahlt sich nun auch für Degenhart persönlich aus. Im August 2013 verlängerte Continental seinen Vertrag vorzeitig bis 2019. Dabei würdigte der Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle die „herausragende Leistung“ des neuen Chefs. Und es sieht nicht so aus, als würde sich Elmar Degenhart von seinem Kurs abbringen lassen – einzig vielleicht auf seiner Lieblingsrennstrecke, dem Nürburgring.

Kurzprofil Continental mit Sitz in Hannover ist einer der größten Automobil-Zulieferer der Welt. Der Konzern, der seit 2008 zur Schaeffler-Gruppe gehört, beschäftigt aktuell rund 220.000 Mitarbeiter an 200 Standorten in 46 Ländern. In Deutschland ist Continental v. a. als Marktführer in der Reifen-Produktion bekannt, hat seine Geschäftsbereiche inzwischen jedoch auf weite Teile der Automobil-Herstellung ausgeweitet und stellt u. a. Fahrgestelle und Antriebsstränge her.

Continental ist seit 2012 wieder am DAX vertreten (WKN 543900).
Continental AG
120,10 €
+2,88+2,40 %
  • ISIN: DE0005439004
  • WKN: 543900
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