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Deutsche Bank: Kreditinstitut mit internationalem Flair

Anshu Jain & Jürgen Fitschen – Die Doppelspitze der Deutschen Bank

Im Frühjahr 2012 trat ein großer Name ab: Josef Ackermann war nicht mehr Chef der Deutschen Bank. Seit Mai 2012 führt eine Doppelspitze aus Anshu Jain und Jürgen Fitschen das Finanzinstitut mit Sitz in Frankfurt am Main.

Wer genau sind die zwei neuen Führungspersonen?

Anshu Jain – Vom Investmentbanker zum Bank-Chef

Von vielen schon lange vor seinem Amtsantritt vermutet, wurde der Inder Anshu Jain zum Teil der neuen Doppelspitze. Dabei konnte Jain jedoch nicht immer auf den Rückhalt der gesamten Konzernführung zählen. Vor allem der ehemalige Vorstandsvorsitzende Ackermann zeigte sich äußerst skeptisch über seinen potenziellen Nachfolger.

Dabei sind die Qualitäten des 1963 in Jaipur in Nordindien geborenen Bankers unbestritten. Nach seinem Studium der Volkswirtschaft – unter anderem in der angesehenen University of Massachusetts Amherst – arbeite er mehrere Jahre als Managing Director bei der Tochter der Bank of America, Merrill Lynch.

Erfolge in der Kapitalmarktsparte

Nur wenig später begann der Inder seine steile Karriere in der Deutschen Bank. Seit 1995 ist Jain im Konzern beschäftigt, zunächst in London, später auch in der Zentrale in Frankfurt. 2004 übernahm er – damals ebenfalls in einer Doppelspitze mit Michael Cohrs – die prestigeträchtige Kapitalmarktsparte.

Damit war Jain zuständig für den Handel mit Aktien, Devisen und Rohstoffen, seit dem Abgang Cohrs im vergangenen Jahr sogar als alleiniger Verantwortlicher des gesamten Corporate- und Investmentbankings. Mit großem Erfolg: 2010 fuhr seine Investmentsparte mehr als 86% des Gewinns der Deutschen Bank ein.

Vorstandsmitglied ohne Deutschkenntnisse

Schon zwei Jahre zuvor – im Jahr 2008 – ist er im Zuge der Vergrößerung des Vorstandes in die Führungsspitze der Deutschen Bank vorgedrungen. Schon damals waren Stimmen laut geworden, die Jain fehlendes Potenzial für eine Führungsposition innerhalb des Geldinstituts vorwarfen.

Da wären zum einen die mangelnden Deutschkenntnisse des Inders. So gilt Anshu Jain zwar als brillianter Redner, aber nur in der englischen Sprache – ein Problem, da viele Kontakte in der deutschen Wirtschaft und Politik gepflegt werden müssen. Eben darin liegt auch der zweite große Kritikpunkt. Durch seinen langen Aufenthalt in England hat er sich dort zwar einen brillianten Ruf als Berater der britischen Regierung verschafft, in Deutschland fehlen ihm jedoch die nötigen Kontakte.

Jürgen Fitschen – das bodenständige Element

Genau an diesem Punkt soll sein Partner einspringen. Jürgen Fitschen kann mit Recht als das komplette Gegenteil des Inders bezeichnet werden. Aufgewachsen nicht in den Weltstädten in Indien und Amerika, sondern im beschaulichen Hollenbeck in Niedersachsen, soll Fitschen nach dem Willen des Vorstands das bodenständige und solide Element der neuen Führung werden.

Jedoch soll Fitschen bei Weitem nicht nur der Mann im Hintergrund bleiben, während Jain im Vordergrund die Entscheidungen trifft. Auch der studierte Wirtschaftswissenschaftler kann auf langjährige Erfahrungen innerhalb der Deutschen Bank zurückblicken.

Asiatischer Raum als Ausgangsbasis

Dabei war er seit seinem Unternehmenseinstieg im Jahre 1987 vor allem im asiatischen Raum tätig, bis er vor wenigen Jahren nach Deutschland zurückkehrte. Dort tat er sich in der Rolle als Verantwortlicher für den Standort Deutschland vor allem als Vermittler zwischen der angeschlagenen Bank und pessimistischen Firmenchefs hervor und führte die Bank durch die Finanzkrise.

Gute Voraussetzungen also für eine starke Zukunft der Deutschen Bank.

 

Kurzprofil Die Deutsche Bank AG mit Sitz in Frankfurt am Main ist gemessen an der Bilanzsumme und Mitarbeiterzahl das größte Kreditinstitut in Deutschland. Bereits 1870 gegründet, gilt die Bank mit einem Marktanteil von mehr als 21% als größter Devisenhändler der Welt. Seit 2010 ist die Deutsche Bank auch im Mehrheitsbesitz der Postbank, nachdem sie bereits vorher die britische Bank Lloyds TSB sowie die deutsche Bank Sal. Oppenheim übernommen hatte. Von Financial Stability Board wird die Deutsche Bank AG als „systemisch bedeutsames Finanzinstitut" bezeichnet.

Die Deutsche Bank AG ist seit 1988 am DAX notiert (WKN 514000).
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