GEA: Spezialmaschinen aus Düsseldorf

Jürg Oleas: Der südamerikanische Schweizer an der Spitze des Weltkonzerns

Der Schweizer Staatsbürger mit südamerikanischer Vergangenheit erblickte 1957 in Quito, Ecuador, das Licht der Welt und wuchs auch dort auf.

Heute lebt Oleas in der Schweiz, ist verheiratet und hat 2 Kinder.

Akademischer Werdegang in der Schweiz

Sein Maschinenbau-Studium an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich fing er im Jahr 1976 nach seiner Übersiedlung in die Schweiz an. Außerdem nahm der heute 56-jährige dort eine Zusatzvertiefung in Rechtslehre auf. 5 Jahre später schloss Oleas sein Studium erfolgreich mit dem Master of Science in Maschineningenieurwissenschaften ab.

Berufliche Laufbahn als Maschinenbauingenieur

In seiner langen Karriere verschlug es den Schweizer nach Frankreich, Hongkong, Indien und Nordamerika. Die wesentlichsten Stationen seiner Laufbahn sind jedoch die folgenden:

So war der Eidgenosse vor seinem Eintritt in die GEA Group von 1982 an knapp 20 Jahre für die Asea Brown Boveri (ABB Ltd.), einen weltweit aktiven Großkonzern für Energie- und Automatisierungstechnik aus Zürich, tätig. Bis 1996 war er dort als Entwicklungsingenieur im Bereich Dampfturbinen und Anlagenbau verantwortlich.

Von 1999 bis 2001 arbeitete der Maschinenbauingenieur dann für die damalige ABB-Tochtergesellschaft “Alstom Power Switzerland”, die schweizerische Seite des französichen Großunternehmens Alstom aus dem Energie- und Transportbereich. Hier hatte er verschiedene Führungspositionen inne.

Ende 2004 ernannte man Jürg Oleas nach seinem fast schon sicheren Ausscheiden schließlich zum Vorsitzenden des Vorstands der GEA Group AG, dem er seit seinem Eintritt in die Gruppe (damals noch: mg technologies AG) Mitte 2001 angehört.
In diesen Jahren war er für das Vorstandsressort Chemie, so etwa von 2003 bis 2004 als CEO für die Dynamit Nobel AG, zuständig.

Große Aufräumaktionen bei der GEA Group

Seitdem Jürg Oleas vor inzwischen fast 10 Jahren den Vorstandsvorsitz der GEA Group übernahm, konnte er hier mit seiner enormen Tatkraft viel bewegen:

So hatte das Unternehmen damals noch einen anderen Namen, nämlich “mg technologies AG”, sowie einen anderen Firmensitz, d.h. den ursprünglichen der alten “Metallgesellschaft” in Frankfurt, und wesentlich mehr Tochtergesellschaften als heute.

Inzwischen hat der erfahrene Maschinenbauingenieur und rigorose Manager aus alldem die GEA Group in Bochum gebastelt. Zudem hat der Schweizer mittlerweile sowohl den ehemals so elementaren Bereich “Großanlagenbau” als auch die unterschiedlichsten Randgeschäfte erfolgreich abstoßen können.

Oleas hat die ehemalige Metallgesellschaft, die in den 1990ern durch Ölpreis-Spekulationen schon stark auf den Konkurs zusteuerte, also ordentlich umgekrempelt.

Die 4 Sparten, in die sich die Produktion und der Vertrieb heute gliedern, gehen z.B. auch auf seine Ideen zurück und stellen die so konsequente wie Struktur bringende Weiterentwicklung des Großkonzerns dar, der noch vor einiger Zeit in wesentlich mehr und untereinander wild durchmischte Bereiche aufgeteilt war.

Heute ist aus der GEA dadurch ein geordneter Konzern geworden, der sich auf den Spezialmaschinenbau konzentriert. Die Wachstumsbranchen Nahrungsmittel und Energie bilden dabei den Abnehmerschwerpunkt.

So wird derzeit etwa jeder 4. Liter Milch weltweit mit den Anlagen des Unternehmens gemolken oder weiterverarbeitet und jeder 2. Liter Bier fließt durch dessen Komponenten.

Das Konzept, den Vertrieb effizienter zu gestalten, künftige Übernahmen besser zu integrieren, die Zahl der Gesellschaften weiter konsequent zu verringern und so pro Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag einzusparen, scheint bisher aufzugehen – der Konzern wird zunehmend transparenter, die Profitabilität steigt, und auch die eine oder andere Akquisition geht wieder vonstatten.

Kritik am Boss

Doch immer wieder wird trotz seiner Leistungen und der so ruhigen wie souverän zurückhaltenden Art auch Kritik am Chef laut:

Vor allem der Belegschaft stößt es natürlich übel auf, dass – angepasst an Krisen oder auch positive Ereignisse – andauernd bestehende Tochtergesellschaften verkauft oder geschlossen bzw. neue akquiriert werden.

So ist auf allen möglichen Managerposten – und nicht nur dort – ein stetes Kommen und Gehen angesagt. Und einzig der Mann an der Spitze, der es noch ziemlich am Anfang seiner Dienstzeit bei der GEA im Jahr 2004 nur einem Zufall und seiner eigenen Cleverness zu verdanken hatte, dass er nicht selbst aus dem Konzern ausschied, ist nach wie vor da.

Nichtsdestotrotz bleibt festzuhalten, dass sich Oleas rechtlich gesehen stets einwandfrei verhalten und dem großen Unternehmen wieder auf die Sprünge geholfen hat.

Kurzprofil Die GEA Group AG ist einer der größten Systemanbieter für die nahrungsmittelverarbeitende Industrie und für etliche Prozess-Industrien. Das international mit mehr als 250 Tochter-Konzernen in 50 Ländern (Stand: 2009) tätige Technologie-Unternehmen setzt seinen Fokus dabei auf Prozess-Technik sowie Komponenten für Produktions-Abläufe in verschiedenen Endmärkten. 2013 konnte der Konzern einen Umsatz von rund 4,3 Mrd. € einstreichen und beschäftigte Ende desselben Jahres weltweit ca. 18.000 Mitarbeiter.

Die GEA Group ist im MDAX vertreten (WKN 660200) sowie im STOXX® Europe 600 Index notiert.
GEA Group AG
21,21 €
-0,08-0,38 %
  • ISIN: DE0006602006
  • WKN: 660200
Chart
  • 1T
  • 1M
  • 3M
  • 6M
  • 1J
  • 3J
  • 5J

Schnellzugriff GeVestor Themen

Sie gelangen mit Hilfe der unteren Buchstabenleiste schnell und direkt zu allen Themen auf GeVestor. Über das jeweilige Thema gelangen Sie zum passenden Artikel.