Munich Re: Deutschlands Rückversicherer Nummer 1

Nikolaus von Bomhard: Adel verpflichtet

Mit einem Paukenschlag meldete sich Nikolaus von Bomhard Mitte 2012 zu Wort. So forderte der Chef des Versicherungskonzerns Munich Re, systemrelevante Großbanken zu zerschlagen und nicht weiter durch Steuergelder zu unterstützen. Damit war ausgesprochen, was viele Versicherungsunternehmen insgeheim dachten, die Wucht seiner Äußerung blieb dennoch bestehen.

2012 war Nikolaus von Bomhard bereits seit 8 Jahren im Amt. 2004 hatte er den Posten von seinem langjährigen Vorgänger Hans-Jürgen Schinzler übernommen. Seine Ernennung kam damals überraschend, war doch Controllingvorstand Jörg Schneider lange Zeit als Favorit auf die Nachfolge gehandelt worden.

Nikolaus vom Bomhard soll Munich Re wiederbeleben

Seine Aufgabe war zunächst klar: Bomhard sollte das Unternehmen zurück zu alter Stärke führen. Zu sehr hatte das Unternehmen unter Naturkatastrophen, Börsenkrisen und den Nachwirkungen der Terroranschläge vom 11. September 2001 zu leiden. Doch bei seinen Aufgaben setzte er nicht auf radikale Umbrüche, sondern auf eine Weiterführung der bisherigen Strategie, von der er sich auch durch die Enthüllungen der Sex-Partys von Mitarbeitern der Tochtergesellschaft Ergo nicht abbringen ließ.

Seit Jahrzehnten bei der Munich Re

Vielleicht ist hierfür auch seine Verbindung zur Rückversicherung zu groß. Der in Gunzenhausen geborene Spross eines 200-jährigen Adelsgeschlechts kam nach einem Studium der Jura bereits im Alter von 29 Jahren zum Münchner Versicherungskonzern. In der Folge war er unter anderem als Beauftragter für den Aufbau einer brasilianischen Niederlassung verantwortlich.

Zurück in Deutschland arbeitete Bomhard vor seiner Ernennung zum Vorstandschef als Leiter der Region Lateinamerika. Außerdem betreute er einen Großteil des Europa-Geschäfts.

Nikolaus von Bomhard gilt bei seinen Kollegen als lebhafter Gesprächspartner, der seine Sätze gerne mit Handbewegungen unterstreicht. Im Gegensatz zu seinem zurückhaltenden Vorgänger zieht es Bomhard daher des Öfteren in die Öffentlichkeit, was das Image der verschlossenen Munich Re während seiner Amtszeit bereits ein wenig aufgelockert hat.

Nikolaus vom Bomhard: Bodenständig im Alltag

Dabei hilft ihm auch sein bodenständiges Alltagsleben, in dem er bei seinem Weg zur Arbeit auch gerne mal auf das Fahrrad zurückgreift. Dies geschieht jedoch nicht aus Liebe zur Umwelt, sondern weil es im Gegensatz zum Auto laut eigener Aussage im Münchner Stadtverkehr oftmals die schnellere Alternative darstellt.

Schnelle Lösungen für Probleme möchte Bomhard auch im Beruf finden. So krempelte er in den ersten Jahren die Zuständigkeiten innerhalb des Konzerns um und verteilte neue Aufgaben, auch gegen Widerstände in der eigenen Belegschaft. Nach einem kurzen Zwischentief zahlen sich diese Änderungen inzwischen aus, die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: So wurde 2012 ein Gewinn von 3,2 Mrd. € verbucht.

Kein Grund also für Nikolaus von Bomhard, in Zukunft auf seinen Job zu verzichten: Mindestens bis zu seinem 60. Geburtstag im Jahre 2016 möchte Bomhard weiter an der Spitze der Munich Re stehen, eine weitere Verlängerung ist jedoch ebenfalls nicht ausgeschlossen.

Kurzprofil Die "Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Aktiengesellschaft in München" – kurz: Munich RE – ist eine der größten Rückversicherungs-Gesellschaften der Welt. Sie übernimmt damit Teile des Risikos anderer Versicherungen, beispielsweise bei Lebens-, Kranken- oder Haftpflichtversicherungen. Zur Munich RE gehört daneben auch ein Erstversicherer: die ERGO-Versicherungsgruppe.

Die Munich RE ist seit 1996 im DAX vertreten (WKN 843002).

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