Der beste Vorlaufindikator für DAX & Co.

Immer wieder erreichen mich Anfragen zum Thema Marktbreite. „Wie kann ich diese herausfinden und interpretieren, Herr Seibel?“ lauten viele der Fragen.

Ganz einfach: Werfen Sie einfach einen Blick auf den Russell 2000. Sie finden diesen Index kostenfrei im Internet.

Die kleinen Unternehmen in einem Index

Der Russell 2000 ist ein – Sie werden es ahnen – aus 2000 kleinen Unternehmen zusammengesetzter Index. Er repräsentiert daher das Small Cap-Universum.

Der Russell ist aber auch sehr gut als Proxy für die Marktbreite und den Risikoappetit der Investoren zu gebrauchen.

Schließlich sind 2000 gleichgewichtete Aktien kein Pappenstiel – im Vergleich zu 30 Titeln im Dow oder im Dax ist allein die Anzahl der Unternehmen sehr groß.

Und in der Aktienwelt ist small dann beautiful, wenn man positiv in die Zukunft schaut. Ergo hat der gute Russell 2000-Index seine Qualitäten auch als Vorlaufindikator für den Gesamtmarkt.

Ein gesunde Marktbreite (oder eben nicht) setzt sich auch bei den großen Qualitätsaktien durch – und Risikoappetit sowieso.

Informationen über die Marktbreite finden

Sie wissen es bestimmt: Die Marktbreite ist ein sehr wichtiger Faktor, sozusagen ein Element im Tank eines Börsenmotors. Nur mit der Marktbreite kann der Markt nachhaltig steigen.

Deshalb ist es für Sie als Trader wichtig, dass Sie immer eine Art Marktbreite-Indikator im Auge haben.

Das ist beispielsweise mit der AD-Linie möglich. Das Problem daran ist aber, dass Sie nicht immer so einfach Zugang zu dieser Linie haben, weil Sie eventuell nicht über die notwendigen Datenprovider verfügen.

Deswegen ist der Russell 2000 interessant, denn er bietet für die Betrachtung der Marktbreite eine gute Alternative zur AD-Linie.

Die aktuelle Situation

Aktuell liegt der Russell 2000 stabil im Wasser, wenn auch die Handelsspannen zuletzt immer kleiner wurden. Wir achten daher demnächst auf deren Expansion.

In Anbetracht der Dynamik des Aufwärtstrends sehe ich jedoch hier Chancen auf eine stärkere Bewegung nach oben – dann natürlich auch mit den entsprechenden Konsequenzen bei den Blue-Chips.

Erst wenn der Russell 2000 durch die Aufwärtstrendlinie nach unten fällt, langsam aber sicher in einen Abwärtstrend übergeht und der S&P 500 und der Dax weiterhin nach oben laufen, dann wäre das für mich ein Zeichen, dass es bald kritisch werden könnte.

Nehmen wir an, der S&P 500 fällt, der Russell 2000 steigt aber. Dies wäre für mich ein gutes Argument den S&P zu kaufen, da er von der Marktbreite gut unterstützt ist.

Mehr zu diesem Thema können Sie sich im heutigen Video ansehen.

22. Juli 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.