Der einzig wahre Kauf- und Verkaufsindikator

Heute möchte ich Ihnen einen Indikator vorstellen, der die fundamentale Bewertung von Unternehmen berücksichtigt.

Indikator auf Basis des KGV

Es gibt ihn also doch: Den Indikator, der Ihnen sämtliche Hoch- und Tiefpunkte des Marktes anzeigt. OK, nicht alle Extreme werden prognostiziert, aber immerhin die wesentlichen Wendepunkte.

Dabei geht es um die Betrachtung des erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) zum historischen KGV.

Das KGV richtig ermitteln

Das KGV ist der Gewinn pro Aktie, geteilt durch den Aktienkurs. Regelmäßig stehen die Gewinne nicht schon vor dem Geschäftsjahr fest, sondern müssen geschätzt werden.

Erwartet der Markt also einen Gewinn pro Aktie von beispielsweise 10 € für das Unternehmen XY und notiert selbiges bei 100 €, dann errechnet sich hieraus ein KGV von 10.

Ein Blick in die Vergangenheit: das historische KGV

Das historische KGV errechnet sich aus den bisher erzielten Gewinnen eines Unternehmens in Bezug auf den damaligen Aktienkurs.

Unser Unternehmen XY hat in den letzten Jahren Gewinne pro Aktie in Höhe von 5 € und 9 € erzielt. Die entsprechenden Kurse lagen bei 40 €, also bei einem KGV von 8 (40/5=8) und bei 45 €, also einem KGV von 5 (45/9=5).

Über- und Unterbewertung von Unternehmen erkennen

Weicht nun das erwartete KGV, in unserem Fall liegt dies bei 10, zu stark von den historischen KGVs ab, dann lässt sich hieraus auf eine Über- bzw. Unterbewertung schließen.

Was wir für unser Unternehmen XY gemacht haben, kann man nun für sämtliche Unternehmen, die an den Börsen gelistet sind, tun.

Und derzeit sind rund 45% der US-Firmen nach dieser Betrachtungsweise zu teuer. Ist das viel oder wenig? Klare Aussage: Nur 2001 und 2007 erreichte dieser Indikator einen vergleichbar hohen Wert – es folgten Bärenmärkte.

Für die Analyse von Daily Charts, also für die kurzfristige Betrachtung, ist dieser Indikator natürlich nicht geeignet, denn dafür ist er einfach zu träge. Er kann aber beim Blick auf einen größeren Zeitraum, etwa auf ein Quartal, helfen.

Lassen Sie sich von den Massenmedien also nicht blenden und betrachten Sie die aktuelle Marktlage kritisch!

8. März 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.