Der Euro vor der Bodenbildung

Zur Wochenmitte werfen wir einen Blick auf den Währungsmarkt, genauer gesagt auf den Euro.

Wichtige Hinweise für Sie als Trader liefern dabei die COT-Daten.

Für den Euro ging es bergab…

Der Euro hatte in den letzten Wochen wahrlich wenig zu lachen. Die Gemeinschaftswährung rutschte – der Zypern-Krise sei Dank – unter die Marke von 1,30 und die ersten Totengräber kamen wieder auf den Plan.

Derzeit sieht es – wie in solchen Fällen üblich – mal wieder nicht nach dem Abgesang des Euros aus. Vielmehr versucht dieser im Bereich von 1,28 eine Bodenbildung, die durchaus einen konstruktiven Eindruck macht, das sagen auch die Daten der Terminbörsen.

Ein gutes Zeichen: Commercials sind long

Sind die Großanleger, also die Commercials short, deutet das in der Regel auf ein Hoch hin. Wenn sie aber long sind, dann ist ein Boden zu erwarten.

Genau dies ist aktuell beim Euro der Fall. Die rote Linie steigt an und die Commercials sind somit gerade dabei, sich Longpositionen in ihre Depots zu legen. Sie kaufen derzeit die Marktschwäche, das ist ein gutes Zeichen für den Euro.

Die Saisonalität nähert sich langsam ihrem Tiefpunkt. Einige meiner langfristigen Indikatoren deuten ebenfalls auf eine Bodenbildung hin.

Wichtig ist beispielsweise mein Proxy-Index. Wenn er oben ist, ist der Euro normalerweise unten.

Aktuell ist dieser Indikator auf einem recht hohen Level, was für den Euro bedeutet, dass dieser sich im Moment vermutlich ziemlich weit unten bewegt. Auch dies spricht also für eine Bodenbildung.

Den Euro weiterhin genau beobachten

Im Tageschart sieht man, dass im Bereich von 1,27 eine deutliche Unterstützungslinie verläuft.

Wir haben es hier mit dem Tief vom Oktober letzten Jahres zu tun und außerdem liegt hier das 50%ige Retracement der Aufwärtsbewegung seit Sommer letzten Jahres.

Die Chancen, dass dieser Bereich halten wird, stehen also sehr gut. Der Plan B sieht vor, dass der Euro seinen Abwärtstrend bei rund 1,29 brechen wird, dann einen (kleinen) Pullback vollzieht und wieder in Richtung 1,30 streben wird.

Egal, wie es auch kommt, der Euro sieht mittelfristig vielversprechend aus. Nicht nur die COT-Daten sondern auch der Chart sind recht positiv.

Sie sollten den Euro also in der nächsten Zeit weiterhin genau beobachten.

Mehr zu diesem Thema können Sie sich im heutigen Video ansehen.

3. April 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.