Der Januar Indikator

Dem Januar trauen die Marktteilnehmer eine prognostische Kraft zu. Wie der Januar, so das Jahr, lautet ein alter Börsenmythos.

Das ist insofern zu hinterfragen, da es keine wirklich logisch nachvollziehbaren Argumente gibt, die erklären könnten, warum der Januar eine Tendenz für das Gesamtjahr geben soll.

Aber sei es drum, die Historie jedenfalls misst diesem Indikator einen ganz guten Track-Record bei, warum also nicht einen Blick auf den Januar-Indikator werfen?

Die ersten 5 Handelstage

Mein persönlicher Januar-Indikator besteht aus 3 Teilen: Den ersten 5 Handelstagen des Monats, den letzten 5 Handelstagen und dem Januar als gesamtem Monat. Heute betrachten wir also nur den ersten Teil des Indikators.

Nach den ersten fünf Handelstagen stellen wir fest, dass der S&P 500 um rund 2% zulegen konnte.

Damit ist der erste Grundstein für ein erfolgreiches Börsenjahr schon einmal gelegt. In circa 75% der Fälle enden die Jahre mit dieser Voraussetzung im positiven Bereich.

Januar Indikator nur für eine grobe Orientierung geeignet

Wichtig zu wissen ist jedoch: Drawdowns sind hier nicht berücksichtigt. Es gibt durchaus Fälle mit einem positiven Januar-Indikator und einem positiven Jahresverlauf, allerdings mit zwischenzeitlichen Rückgängen von 15-20%.

Es handelt sich bei diesem Indikator also wirklich nur um eine Groborientierung!

Die aktuelle Marktsituation

Zuletzt werfen wir noch einen Blick auf die aktuelle Situation an den Märkten. Von wirklicher Schwäche ist noch wenig zu sehen. Auch die Marktbreite ist eigentlich in Ordnung, sodass die aktuelle Situation als neutral bewertet werden kann.

Die zyklische Betrachtung deutet zwar darauf hin, dass ein Markthoch möglich ist, aber die markttechnische Seite bestätigt dieses bärische Bild im Moment nicht.

Es macht also in der aktuellen Situation erst Sinn, Short zu gehen, wenn entsprechende technische Signale zu erkennen sind.

Im breiten Markt ist dies noch nicht der Fall, auch wenn es bei einzelnen Unternehmen, wie Apple, schon danach aussieht.

Allerdings ging es beispielsweise für die Facebook-Aktie aufwärts. Das ist ein Zeichen dafür, dass der Markt noch nicht bereit ist, wieder nach unten zu fallen.

Mehr zu diesem Thema können Sie sich im heutigen Video ansehen.

10. Januar 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.