Der Ölpreis vor der Wende

Auch in dieser Woche ist die Auswertung der COT-Daten wieder sehr interessant.

Dabei ist vor allem der Blick auf die Positionierung der Commercials wichtig. Sie sind die Insider und scheinen ein gutes Gespür dafür zu haben, wohin der Markt geht.

Besonders auffallend war der Ölmarkt – diesen schauen wir uns in der heutigen Ausgabe genauer an.

Ölpreis noch immer im Aufwärtstrend

Der Ölpreis befindet sich noch immer in seinem Aufwärtstrend, der Anfang Dezember 2012 begann.

Kurzfristig konnte Crude WTI auch an der Marke von 100 US-$ schnuppern – aber dann hieß es „kiss and goodbye!“ Der Ölpreis fiel zurück und handelt nun an der Marke von 96 US-$.

Commercials, Open Interest und weitere Hinweise

Die Commercials an den Terminbörsen sind short positioniert. Das Open Interest ist dabei ein wenig nach oben gegangen. Das bedeutet, dass das Interesse der Commercials, diesen Markt zu shorten, noch etwas stärker als sonst ist.

Ebenso ist auffällig: Der Anteil der Commercials am Open Interest ist auf einem Niveau, welches in der Vergangenheit immer wieder zu Tops geführt hat.

Mein hauseigener Proxy-Index befindet sich ebenfalls auf Topping-Niveau und die kurzfristigen OB/OS-Indikatoren (OB: overbought, OS: oversold) sind ebenfalls im Bereich ihrer oberen Extrema.

Fast alles spricht also für fallende Kurse. Es gibt jedoch einen Hinweis, der etwas anderes anzeigt: Die Saisonalität weist nach oben und spricht daher für steigende Kurse. Ein perfektes Bild haben wir also doch nicht.

Kurzfristige Wende nach unten ist zu erwarten

Schauen wir uns den Tageschart einmal genauer an. Die Volatilität ist normal und wir sind nur leicht überverkauft.

Wichtig ist aber vor allem der Blick auf die Uptrendlinie im Bereich von 96 US-$ – hier liegt auch das Vorwochentief.

Sollte der Ölpreis hier nach unten durchfallen, dann sieht es klar nach einer kurzfristigen Wende nach unten aus. In diesem Fall ist als nächstes Kursziel durchaus der Bereich von 90 US-$ zu nennen. Der Ölpreis hat also deutlich Raum nach unten.

Bei der aktuellen Konstellation könnte es sich also lohnen, beim Öl short zu gehen.

Mehr zu diesem Thema können Sie sich im heutigen Video ansehen.

5. Februar 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.