Der Zypern-Hammer

Wir starten mit erschreckenden Nachrichten aus Zypern in die neue Woche.

Die Lage ist kritisch und die EU ist bereit zu helfen – allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen, die die Bevölkerung schockieren und auch für andere europäische Staaten weitreichende Folgen haben könnten.

Diese Situation hinterlässt natürlich deutliche Spuren an den Finanzmärkten.

Die Folgen für die Märkte

Der Zypern-Schock hat die Märkte heute in der Früh in den Süden geschickt – zumindest die Risikomärkte.

Der DAX notiert komfortabel unter der 8.000er-Marke und der S&P 500 verlor in der Spitze satte 30 Punkte.

Auch der Euro hat die 1,30 längst hinter sich gelassen und kämpft mit der 1,29er-Marke, das ist ein deutlicher Sprung nach unten.

Für Sie als Trader gilt in dieser angespannten Marktlage: Vorerst die Füße stillhalten. Machen Sie am besten erst einmal nur ganz kurze Trades.

Die sicheren Häfen sind gefragt

Auf der anderen Seite steigen die sicheren Häfen, also der US-Dollar, Gold und die Rentenmärkte.

Damit ist die Politik zurück im Markt und sicher ist nur, dass die kommenden Tage interessant werden. Konkret geht es um die Zwangsabgabe, die zypriotischen Sparern auferlegt wird.

Diese liegt ab 100.000 € Einlage bei knappen 10%. Wer weniger auf dem Konto hat, soll immer noch 6,75% abgeben.

Wie es in Zypern weitergeht

Das Parlament muss dies am heutigen Montag – zufälligerweise einem Bankfeiertag in Zypern – verabschieden, sonst (a) „rettet“ die EU das Land nicht mit 10 Milliarden Euro an Steuergeldern von Europäern und (b) wird es sicherlich zu einem Bankrun (=Bankkrise) kommen.

Denn mal ehrlich: Welcher Sparer lässt sich freiwillig enteignen? Vorher versucht man noch die Einlagen zu sichern und rennt zur Bank. Ein Problem gibt es dann, wenn dies alle Sparer tun, denn dann ist die Bank insolvent.

Grundsätzliches Problem: Enteignung der Sparer

Es ist weniger das Problem Zyperns, unter welchem die Märkte leiden werden, sondern das Grundsätzliche.

Erst einmal hat man sozusagen geltendes Recht rückwirkend geändert. Außerdem geht es um die Enteignung der Sparer.

Ab sofort werden die Sparer in den Krisenländern alarmiert sein – im Zweifel werden sie zu ihrer Bank rennen und ihre Einlage sichern. Das geht aber nicht gut, siehe oben.

Die Brüssler Kleptokraten haben den Rubicon überschritten.

Die Euro-Überschuldungskrise wird also noch weitere Schuldenschnitte, Geldentwertung oder – und das erscheint am wahrscheinlichsten – eine Kombination aus beidem mit sich bringen.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in Zypern weiter entwickelt.

Mehr zu diesem Thema können Sie sich im heutigen Video ansehen.

18. März 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.