Die Schere zwischen US-Wirtschaft und US-Aktienmarkt

Kurz vor dem Wochenende beschäftigen wir uns mit der Frage, inwieweit die Realwirtschaft und der Aktienmarkt von den Stimulierungsmaßnahmen seit dem Krisenhöhepunkt im März 2009 profitiert haben.

Aufschwung nur für die Finanzwirtschaft?

Nicht selten hörte man in den letzten Jahren, dass der Aufschwung, der durch die Notenbanken und die Gelddruckerei verursacht wurde, in der Realwirtschaft nicht angekommen ist, sondern nur an den Finanzmärkten zum Aufschwung geführt hat.

So ganz von der Hand zu weisen ist dieser unterschwellige Vorwurf nicht, der sich gegen diese laxe Politik richtet.

Zumindest beim Vergleich der „nackten“ Zahlen zwischen Real- und Finanzwirtschaft ist dies der Fall. Wobei wir hier die Börsenkapitalisierung als Proxy nehmen.

Extremer Unterschied zwischen Realwirtschaft und Aktienmarkt

Im Video können Sie sich das Ganze genauer ansehen. Die US-Wirtschaft ist seit März 2009 um 2.300 Mrd. US-$ gewachsen – das ist eigentlich gar kein schlechter Wert.

Im gleichen Zeitraum ist der S&P 500 um sage und schreibe 12.300 Mrd. US-$ gewachsen. Sie sehen, die Differenz sind satte 436%! Das ist ein extremer Unterschied.

Daran sieht man, dass in der realen Wirtschaft von diesem ganzen Aufschwung nicht sonderlich viel hängen geblieben ist, der Finanzmarkt aber überdimensional profitiert hat. Der ausgelöste „Wohlstandseffekt“ ist einfach zu ungleich verteilt.

Nun kann man schwerlich sagen, dass die Diskrepanz auf null sinken müsste, aber dieser Faktor ist definitiv zu hoch für eine nachhaltige Fortführung der Politik.

Und klar ist auch: Die Kurssteigerungen sind natürlich auch bei den Amerikanern in der Realwirtschaft – zumindest über Umwege – angekommen. Denn sie sparen mit Aktien – ganz im Gegensatz zu den deutschen Sparern.

Mehr zu diesem Thema können Sie sich im heutigen Video ansehen.

 

9. August 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.