Ein kleiner Blick auf „Eurusa“

In der letzten US Ausgabe für diese Handelswoche, lege ich zur Ausnahme den Schwerpunkt nicht auf die Wall Street. Ich erlaube mir, in der heutigen Ausgabe einen Blick auf die Lage innerhalb der EU und die globalen Maßnahmen der Notenbanken zu werfen.

Keine Sorge, natürlich werden wir auch kurz auf die US Indizes im Video zu sprechen kommen. Demnach ergab sich auch für mich auch spontan der Titel „Eurusa“.

Zypern braucht noch mehr Geld

Um Zypern zu retten, sind nun nicht mehr nur 17,5 Mrd. nötig. Nein, es müssen gleich sage und schreibe 23 Mrd. Euro her. Vom IWF wurden im März bereits 10 Mrd. Euro an Unterstützung zugesagt, den Rest solle Zypern angeblich selbst in die Hand nehmen bzw. eine Lösung finden.

Also sprechen wir von rund 13,5 Mrd. Euro, keine kleine Summe für Zypern. Auch wenn Zypern mit Sicherheit im EU Vergleich nicht die Hauptrolle spielt, sollte meiner Ansicht Zypern weiterhin nicht unterschätzt werden.

Schließlich wurde mit Zypern bereits die Enteignung der Bürger demonstriert und ich rechne, dass sich dieses noch auf weitere EU Länder übertragen dürfte, denn riesige Fortschritte sehe ich weiterhin nicht und wie Zypern diese Krise überstehen soll, ist für mich ein Rätsel.

Portugal und die Bankenkrise

Gerade hat sich die Troika in einer Empfehlung bei der Eurogruppe dafür ausgesprochen, Portugal bei der Rückzahlung seiner Hilfskredite eine Verlängerung von sieben Jahren zu gewähren. Was sind schon weitere sieben Jahre Zeit?

Noch vor 10 Jahren wäre dies undenkbar gewesen. Inzwischen ist die Hemmschwelle für Rettungen von Banken oder einem EU Land deutlich gesunken, gut oder gefährlich?

Ein weitaus größeres Problem ist, dass Portugals Banken eine Finanzlücke von mindestens acht Milliarden Euro ausweisen, wie ein Stresstest der Ratingagentur Moody’s nun zeigte.

Frankreich eine Gefahr für den Euro?

Während in Italien weiterhin genügend Chaos besteht, stellen sich auch die Frage, wie es um Frankreich steht. Der französische Finanzminister sprach am Wochenende nur mehr von einem Wachstum von 0,1 Prozent in diesem Jahr.

Die französische Regierung war bislang von 0,8 Prozent ausgegangen. Auch diese Meldung ist im Markt mehr oder weniger untergegangen.

Der Grund liegt auch auf der Hand: Schließlich wird sich zurückgelehnt und es wird angenommen, dass die europäische Zentralbank weiterhin alles für die angeschlagen EU Länder tun wird.

Egal wohin man blickt, die expansive Geldmarktpolitik kennt keine Grenzen, um den Finanzmarkt zu stabilisieren. Ob EZB, FED oder BoJ, allesamt durch die Bank, versuchen den Problemen mit aggressiven Maßnahmen entgegen zu wirken.

Gestern meldete sich auch der IWF mit einer veröffentlichten Studie zu Wort und warnt nun, dass die sehr expansive Geldpolitik der großen Notenbanken, auch Finanzmarktrisiken gegenüber steht.

Je länger die außergewöhnlichen geldpolitischen Maßnahmen fortgesetzt würden, desto eher dürften die Gefahren zur Geltung kommen, schreibt der IWF in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie.

Griechenland –Arbeitsmarktlage wird immer schlimmer

Die Rezession in Griechenland treibt die Arbeitslosigkeit auf immer neue Rekordhöhen. Die Arbeitslosenquote stieg im Januar auf sage und schreibe 27,2 Prozent, wie das nationale Statistikamt am Donnerstag in Athen mitteilte.

Wenn ich mir diese Zahl vor Augen führe, bleibt mit die Spucke weg, wenn ich es an dieser Stelle so lapidar ausdrücken darf.

Der Sparkurs der Länder ist keineswegs eine Lösung auf Dauer, doch so lange es noch nicht zur vollkommenen Eskalation gekommen ist, spielen wir doch einfach weiterhin ein Überleben auf Zeit.

Verstehen Sie mich keineswegs falsch meine Damen und Herren. Mit der heutigen Ausgabe möchte ich auch nicht wie viele andere, einen EU Kollaps beschwören.

Ich habe lediglich ein paar Meldungen der Woche für Sie zusammengefasst, die mir doch ein wenig zu denken geben und zur Vorsicht mahnen. Auch wenn aktuell eine fast schon friedvolle Stimmung besteht, kann sich dieses auch schnell ändern.

Langfristig glaube ich nicht, speziell mit Blick auf EU, dass der EZB eine nachhaltige Stabilisierung gelingt. Mit dem kleinen Zypern ist die EU Krise wieder entfacht und bedingt durch die gefallene Hemmschwelle, ist das Risiko noch deutlich größer geworden.

Wer letztendlich den EU Karren aus dem Dreck ziehen muss, dürfte Ihnen vermutlich schon bewusst sein, blicken Sie einfach nach Zypern und Sie können erahnen, was vielleicht schon bald in der EU die Runde machen könnte.

Aus gutem Grunde wird im Hintergrund seitens der EU bereits an einem Masterplan gearbeitet, um künftig einen sgn. Banken-Run zu vermeiden.

Wie versprochen noch ein Blick auf den US Markt

Eigentlich wollte ich mit dem Thema stoppen aber was soll ich noch sagen?

Die US Märkte rennen weiter nach oben und speziell der Dow Jones glänzt mit einer sensationellen Performance, während innerhalb der europäischen Indizes, die Dynamik seit Monaten schon verloren gegangen ist.

Wenig kehrt ein wenig Realität zurück, denn diese fehlt meiner Ansicht nach auch dem US Markt.

Die Rückendeckung der Fed bzw. Ben Bernanke und seinen Quantitative Easing (QE) Programmen hat definitiv zu einer Marktstabilisierung verholfen oder wohl besser ausgedrückt, zu einer wahrhaftigen Markteuphorie.

Lichtblick am US Arbeitsmarkt

Gestern folgten Daten zum US Arbeitsmarkt und die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fiel in der abgelaufenen Woche um 42.000 auf 346.000, teilte das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit.

Das war der stärkste Rückgang seit rund einem halben Jahr. Dies war eine gute Nachricht, keine Frage. Dennoch sehe ich trotz der vielen QE Programme nicht den Fortschritt, den sich vermutlich auch Ben Bernanke erwünscht hätte.

Markt reagiert mit kleinem Kursplus

Ein großes Feuerwerk, trotz solch guter Daten ist allerdings nicht zustande kommen. Der Grund dürfte folgender sein.

Jegliche Verbesserung am US Arbeitsmarkt dürfte dazu führen, dass die lockere Geldpolitik der FED, einer Kürzung unterzogen werden könnte. Verrückt nicht wahr?

Demnach müssen wir uns in der Tat wohl damit anfreunden, dass künftig gute Arbeitsmarktdaten, nicht mehr wirklich gefeiert werden aber schlechte hingegen, die Euphorie mit Blick auf expansive Geldmarktpolitik beflügeln.

Mehr dazu wie gewohnt im Daily Dax US Morning Video.

Charts hergestellt mit Tradesignal Online:

Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten


Aktienstudie
Zum Jahresstart in diese 3 Werte investieren

Wer 2017 noch nicht zugeschlagen hat, sollte diese Werte spätestens zum Jahresstart 2018 ins Depot überführen. Wir erklären, welche 3 Werte Sie jetzt brauchen, um erfolgreich ins neue Jahr zu starten und satte Gewinne zu realisieren.

Klicken Sie jetzt hier, um sich "3 Top-Aktien 2018" GRATIS zu sichern! ➜


12. April 2013

Von: John Gossen. Über den Autor

John Gossen ist seit Jahren aktiver Trader und informiert seine Leser im einzigartigen Video-Börsendienst John Gossens Tranding Club und dem kostenlosen Video-Newsletter John Gossens Daily Dax.

Regelmäßig Informationen über Marktberichte erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von John Gossen. Über 344.000 Leser können nicht irren.