EURCHF: Tote leben länger

Die Märkte sind heute in Asien mit einem relativ freundlichen Unterton in die neue Woche gestartet, ähnlich sieht es auch für den DAX aus.

Heute soll es aber nicht nur um die Aktienmärkte gehen. Wir werfen stattdessen einen Blick auf ein Währungspaar, bei dem sich in den vergangenen Monaten nicht viel getan hat.

Das hat sich in der vergangenen Woche aber geändert: Nach einer sehr langen Seitwärtsbewegung mit nur geringen Schwankungen zieht das Währungspaar EURCHF nun wieder deutlich an.

Finanzkrise: Schweizer Notenbank zog die Notbremse

Der Euro crashte im Zuge der Finanzkrise von 1,68 auf 1,00 und hat damit sage und schreibe 60 volle Punkte abgegeben. Die Kapitalflucht aufgrund der Sorgen um Europa erreichte ihren Höhepunkt.

Die Schweizer Notenbank zog daraufhin die Notbremse und legte einen „floor“ für den Euro bei 1,20 fest. Damit sollte der Schweizer Franken also nicht mehr über 1,20 steigen und ergo sollte der Euro nicht mehr unter 1,20 fallen.

EURCHF zieht wieder an

Genau hier verharrte das Pärchen nun für über 12 Monate – die mickrigen Kursbewegungen waren an Langeweile kaum zu überbieten!

Seit letzter Woche zieht der EURCHF nun wieder an, und zwar recht deutlich. Mittlerweile notiert die Währung wieder bei 1,25. Charttechnisch könnte eine Überwindung dieses Widerstands den Markt in Richtung 1,30 tragen.

Für diese Entwicklung gibt es verschiedene Erklärungen. Es ist eine Reduktion im systemischen Risiko festzustellen – Stichwort: Eurozone – sonst würde man diese Kapitalumschichtungen nicht sehen.

Aber auch die Ziele der Schweizer Notenbank spielen wahrscheinlich eine Rolle.

Politische Entscheidungen beeinflussen den Markt

Der Trade verspricht durchaus aufzugehen, da die SNB, die Notenbank der Eidgenossen, schon des Öfteren klar gemacht hat, dass sie lieber bei 1,30 den „floor“ setzen würde als bei 1,20. Das scheint dem Markt Unterstützung zu geben.

Sie sollten immer daran denken, dass in diesem Fall die Entwicklungen stark von politischen Entscheidungen beeinflusst werden.

Der Euro wird eher stärker als schwächer – das ist politisch so gewollt. Insofern handelt man besser mit der Notenbank und nicht dagegen.

Mehr zu diesem Thema können Sie sich im heutigen Video ansehen.

21. Januar 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.