Gegenwind aus China

Kurz vor dem Wochenende beschäftigen wir uns heute mit dem Thema China. Dort haben sich Donnerstagnacht interessante Neuigkeiten ergeben.

Der PMI als Frühindikator

Der Einkaufsmanagerindex – auf Englisch „Purchasing Managers Index“ (PMI) genannt – ist der wichtigste und auch einer der verlässlichsten Frühindikatoren für die konjunkturelle Entwicklung einer Wirtschaft.

Werte von über 50 signalisieren „Wachstum“, Werte von unter 50 bedeuten „Kontraktion“. Der chinesische PMI wird von der HSBC Bank errechnet und veröffentlicht.

PMI rutschte unter 50

Der PMI erreichte am Donnerstag nur noch einen Wert von 49,6. Im April lag er noch bei 50,4. Der Wert vom Donnerstag ist somit ein 7-Monatstief und treibt den China-Bullen, von denen es ja immer noch reichlich gibt, die Angstperlen ins Gesicht.

Diese Entwicklung signalisiert, dass die Wirtschaft kontrahiert, sozusagen schrumpft. Die fragile Wirtschaft in China schwächt sich damit im verarbeitenden Gewerbe weiter ab und kommt bereits seit Monaten nicht mehr richtig in Fahrt.

Ein kleines, nicht allzu dramatisches Warnzeichen

Die Interpretation der Daten fällt aber auf den zweiten Blick nicht besonders dramatisch aus: Zwar kommt aus China für die Weltmärkte gerade kein Rückenwind, aber der Wert von 49,6 stellt nun wahrlich keinen großen Einbruch dar.

Zudem gilt es zu beachten, dass die chinesische Fiskalpolitik noch über eine große Menge an Munition verfügt, um dem wirtschaftlichen Abschwung entgegenzuwirken.

Insofern ist die Entwicklung des PMI zwar als kleines Warnzeichen einzustufen, jedoch noch nicht als dramatisch zu sehen.

Man muss jetzt natürlich aufpassen, wie sich der Einkaufsmanagerindex in den nächsten 1 bis 2 Monaten entwickeln wird, denn das Abwärtsrisiko für diese doch relativ fragile Wirtschaft in China ist schon signifikant und auch der Arbeitsmarkt hängt noch ein bisschen hinterher.

Mehr zu diesem Thema können Sie sich im heutigen Video ansehen.

24. Mai 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.