Gold und Silber in Bedrängnis

Gestern kamen die Metalle unter die Räder, vor allem der Goldpreis verlor in der Spitze rund 40 US-Dollar.

Aktuell kaufen höchstens Kleinanleger, die sich in die vermeintliche Sicherheit des Golds flüchten wollen. Das Bemerkenswerte ist hier die Resistenz gegen die extrem bullische Saisonalität, die natürlich für den Gold- und Silberpreis aktuell auch gilt.

Hätten Sie in den letzten Jahren ein paar Tage vor Weihnachten Silber gekauft, hätten Sie jedes Mal Gewinne verzeichnet. Gestern nicht.

Man sieht, dass sich die extremen Shortpositionierungen der Commercials nun – mit einer Verzögerung von knapp 2 Wochen – durchsetzen und dem Markt gehörig zu schaffen machen.

Metalle im Abwärtsmarkt

Es ist nunmal einfach so: Die Metalle sind bereits in einem Abwärtsmarkt. Kurzfristig ist eine Stabilisierung möglich.

Erstens ist der Markt auf kurze Sicht deutlich überverkauft, zweitens konnten die Minenaktien ihr Tief per gestern verteidigen und drittens wäre eine ausgemachte Marktschwäche über die Feiertage einfach sehr ungewöhnlich.

Nichts desto trotz konnten die Goldanleger gestern schon einmal sehen, was ihnen im nächsten Jahr noch ins Haus steht: Ein ausgewaschenes Desaster.

Der Gold Daily Chart bestätigt das. Zwar wird die 200 Tage Linie noch tapfer „verteidigt“, aber das wird nur ein kurzes Aufbäumen bleiben.

Ein Geflecht von Widerständen gibt die Marschroute vor und die führt stetig nach unten. Es sieht nicht gut aus für Gold und je näher wir dem neuen Jahr kommen, desto prekärer wird die Lage.

Auch langfristig keine Besserung

Auch der Goldminen-Index verspricht uns keine langfristige Besserung. Zwar können wir die bereits erwähnte Stabilisierung für die nächsten paar Tage erwarten, aber deswegen long zu gehen wäre äußerst riskant.

Für eine Long-Position ist der gesamte Metallmarkt im Moment einfach ungeeignet, diese bieten sich wenn nur im Aktienmarkt oder im Euro an. Wir wollen uns gar nicht vorstellen, wie der Goldpreis aussieht, wenn der Dollar noch einmal anzieht.

Anleger und Trader nutzen daher einen Pullback zum Aufbau von Shortpositionen!

Mehr zu diesem Thema können Sie sich im heutigen Video ansehen.

19. Dezember 2012

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.