Goldpreis vor Korrekturende

Heute beschäftigen wir uns mit dem Goldpreis. Dafür habe ich Ihnen eine Wochen-Darstellung mitgebracht, die Sie sich im Video ansehen können.

Der Goldpreis hat sich in den letzten Tagen erwartungsgemäß erholt. Allerdings sollten Sie als Anleger trotzdem Vorsicht walten lassen.

Was für fallende Kurse spricht

Der Markt liegt noch sauber in einem Abwärtstrend und Trends haben die Eigenschaft, länger zu dauern als man sich das wünscht bzw. vorstellen kann.

Hinzu kommt, dass die Commercials, also die Insider an den Terminbörsen, schon wieder dabei sind ihre Long-Positionen zu reduzieren, das spricht weniger für „billiges“ Gold.

Außerdem ist Gold gegenüber dem US-Dollar und dem amerikanischen Rentenmarkt nach wie vor überbewertet. Auch das ist nicht sonderlich positiv, denn in der Vergangenheit ging dann der Markt nach unten.

Werfen wir nun noch einen Blick auf eine Tages-Darstellung. Gold hat mit dem Run auf die Marke von 1.380 US-$ exakt das Ausbruchs-Niveau von Juni erreicht.

Dreht der Preis von hier aus nach unten ab, dann wäre der sogenannte Polaritäts-Wechsel bestätigt und Goldanleger dürften wieder von der Marke von 1.000 US-$ Albträume bekommen.

Die Indikatoren zeigen, dass Gold übergekauft ist, außerdem haben wir eine abnehmende Trend-Dynamik. Das sind kleine Anzeichen von Schwäche, wenn auch keine dramatischen.

Annäherung an die 200-Tagelinie

Auffällig ist auch, dass die 200-Tagelinie nun langsam näher rückt. Schon vorher war deutlich zu erkennen, dass der Kurs und die 200-Tagelinie prozentual gesehen zu weit auseinanderliegen.

Eine Annäherung kann dann auf verschiedene Weise erfolgen. Nun ist der Goldpreis schon nach oben in Richtung 200-Tagelinie gelaufen und zusätzlich ist der Mittelwert gefallen.

Diesen Aspekt sollten Sie im Blick behalten, denn es ist nicht ganz auszuschließen, dass der Goldpreis zur 200-Tagelinie läuft – wenn ich es auch in der aktuellen Situation für eher unwahrscheinlich halte.

Saisonalität weiterhin freundlich

Ich will jedoch nicht verschweigen, dass die Saisonalitäts-Komponente beim Gold noch eine Weile freundlich ist.

Es kann demnach recht gut sein, dass sich Gold in den kommenden Tagen und Wochen zwischen 1.320 und 1.380 US-$ einpendeln wird.

Für Sie als Trader bedeutet das: Sie sollten erst einmal nicht kaufen, denn wir befinden uns direkt an einem Widerstand. Außerdem sprechen Indikatoren und COT-Daten nicht dafür, dass der Goldpreis weiter nach oben geht.

In diesem Kontext ist es eher sinnvoll, sehr spekulativ zu shorten oder in bestimmten Situationen antizyklische Long-Positionen zu versuchen.

Mehr zu diesem Thema können Sie sich im heutigen Video ansehen.

21. August 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.