Kapitalflucht aus Asien

In der heutigen Ausgabe geht es um die aktuelle Situation in Asien. Der asiatische Kontinent steht deutlich unter Druck – zumindest aus Sicht der Finanzmärkte.

Asiatische Finanzmärkte unter Druck

Dabei geht es nicht um China, da es dort Kapitalverkehrskontrollen gibt und so das ein- und ausfließende Geld sehr gut kontrolliert werden kann.

Aber gerade die aufstrebenden Volkswirtschaften, wie z. B. Thailand, Indonesien, Malaysia oder die Philippinen, verzeichnen derzeit massive Abwertungen ihrer Finanzvermögen. In den letzten Monaten konnte man dort deutliche Warnzeichen erkennen.

Ein sicheres Zeichen von Kapitelflucht ist, wenn alles fällt – und genau das ist in Asien passiert: Die Aktien sind gefallen, die Bonds sind gefallen und auch die Währungen sind gefallen.

Schauen wir uns ein Beispiel an: Die indonesische Rupiah wird im Vergleich zum amerikanischen Dollar immer schwächer. 2011 war die indonesische Währung noch sehr stark, doch seitdem hat sie deutlich abgewertet.

Das Level, das wir damals im Zuge der Asienkrise erreicht hatten, ist zwar noch etwas entfernt. Trotzdem bewegt sich die Rupiah eindeutig in diese Richtung.

Solche Entwicklungen sind übrigens auch in weiteren Emerging Markets zu beobachten, in Brasilien und Indien z. B. gibt es ähnliche Probleme.

Die Geldpolitik der Fed

Die Situation ist nicht verwunderlich, denn die Fed hat durch ihre laxe Geldpolitik der letzten Jahre viel Kapital nach Asien geschleust.

Und nach der Ankündigung, dass es irgendwann in den nächsten Wochen und Monaten langsamer zur Sache geht, kommt das Kapital aus Asien nunmehr nach Hause – zurück in den Dollarraum.

Sicherlich ist es verfrüht, eine neue Asienkrise nach dem Muster von 1997 auszurufen.

Allerdings sollten Sie als Anleger in den kommenden Wochen genau auf den aufstrebenden Kontinent achten, denn die Lage könnte sich schnell zuspitzen und doch noch dramatisch werden.

Derzeit wird die Situation in Asien von den Standardmärkten im Westen noch verkannt. Es könnte also demnächst ein böses Erwachen geben.

Mehr zu diesem Thema können Sie sich im heutigen Video ansehen.

27. August 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.