Kupfer mit Korrekturpotenzial

In dieser Woche verraten die Commitment of Traders-Daten nicht viele eindeutige Signale. Interessant ist aber trotzdem ein Blick auf die Entwicklungen beim Kupfer.

Die Anhänger von Kupfer hatten in den letzten Monaten wenig zu lachen und meinem Erachten nach wird sich daran erst einmal nicht viel ändern.

Kupfer steht für Konjunktursensibilität

Kupfer wird allseits „Ph.D. of Economics“ genannt. Denn das bronzene Metall steht wie kein anderes für Konjunktursensibilität.

In der Regel reagiert der Kupferpreis vor den gesamtwirtschaftlichen Frühindikatoren, wenn es Anlass dazu gibt, die Konjunktureinschätzungen zu überdenken.

Der jüngste Absturz von 375 auf knapp 300 US-$ (ein Rückgang von etwa 20%) sollte daher auch nicht verwundern, denn die Wirtschaften auf der Welt schwächeln, wie die kürzlich veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes zeigen.

Umkehr ist möglich

Schauen wir uns nun die Entwicklungen genauer an. Der Markt hat im Bereich 300 US-$ einen mehrfachen Boden ausgebildet – die Unterstützung in diesem Bereich hat also gehalten.

Auf dem Chart ist ein sogenannter „Outside Day“ mit einem tieferen Tief und einem höheren Hoch als in der Vorwoche erkennbar, der nun eine Umkehr ermöglicht.

Commercials sind auf der Kaufseite

Zudem sind die Commercials, also die großen Handelsteilnehmer oder die „Insider“, wieder auf der Kaufseite. Das macht eine Korrektur zumindest möglich.

Weitere Hinweise liefert mein Proxy-Index. Wenn dieser Index oben ist, dann ist der Preis normalerweise unten. Natürlich kann es zeitliche Verschiebungen geben, aber tendenziell signalisiert dieser Index, dass der Kupfer-Markt momentan unten ist.

Aufschlussreich ist auch das Verhalten der Large Trader wie z. B. Hedgefonds. Von der Kaufkraft her sind sie zwar kleiner als die Commercials, aber sie haben durchaus einen gewissen Einfluss auf die Entwicklungen am Markt.

Auch dieser Indikator weist leicht nach oben, was ebenfalls auf einen Bounce hindeutet.

Letztlich sorgte die Bewegung vom Freitag für positive Charttechnik, so dass eine Korrektur bis in den mittleren, vielleicht sogar bis in den oberen 300 US-$-Bereich auf der Agenda steht. Kupfer könnte kurzfristig also wieder glänzen.

Mehr zu diesem Thema können Sie sich im heutigen Video ansehen.

7. Mai 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.