Nächste Runde im Währungskrieg

Heute geht es um die Devisenmärkte. Dort tut sich aktuell einiges – der Währungskrieg geht anscheinend in die nächste Runde.

Nicht nur beim japanischen Yen, sondern auch beim Dollar und beim Pfund gibt es viele Neuigkeiten.

Japanische Geldpolitik: Die Zukunft des Yen

An der Entwicklung des Yen konnte man in den letzten Wochen schon erahnen, was da so alles an „Geldpolitik“ kommen mag.

Am Mittwoch tagte dann die Bank of Japan und kündigte ein „Sushi-QE“ an, also nichts anderes als Gelddrucken. Und damit keine Fragen offenbleiben, wurde das Programm „unlimited“, also ohne zeitliches Ende, angekündigt.

Soweit die guten Nachrichten. Die schlechten sind auch schnell gefunden: Los geht es damit erst im Jahr 2014.

Die Marktteilnehmer nahmen dies zum Anlass, Gewinne aus ihren Shortpositionen im Yen mitzunehmen.

Japans Währung erstarkte, vor allem gegen den US-Dollar, gegen den Euro und gegen das Pfund. Insofern ist dies vielleicht der Beginn einer etwas stärkeren Korrekturbewegung beim Yen.

Die Britische Notenbank reagiert

Aber nicht nur die Entwicklungen rund um die japanische Währung sind interessant. Bleiben wir noch kurz beim Sterling.

Auch hier gab es Stimmen von Seiten der britischen Notenbanker. Sie sind froh, dass in England so viel Geld gedruckt wurde, schließlich geht es der Wirtschaft schlecht und hierdurch konnte eben schlimmeres verhindert werden.

Die Verbalaktion der britischen Notenbanker lässt darauf schließen, dass auch das Pfund weiter abgewertet werden soll – als Reaktion auf die Ankündigung aus Japan.

Das ist auch bei der Kursentwicklung sichtbar: Das Britische Pfund hat gestern gegen einige Währungen deutlich verloren. Insgesamt war es eine der schlechtesten Währungen am gestrigen Tag.

Schaut man sich zum Beispiel das Währungspaar GPBCHF genauer an, dann ist schnell klar, dass der Markt deutlich unter die Räder gekommen ist und dass es schwierig wird, die Levels, die er jetzt erreicht hat, zu halten.

Man fragt sich, wie lange die Europäische Zentralbank dem Treiben noch zusehen wird und wann sie auf die Entwicklungen reagieren wird. Sicher scheint derzeit nur eins: Der Währungskrieg geht weiter.

Interessant ist, dass der Goldpreis nicht durch die Decke ging. Der Markt war am gestrigen Tag freundlich, aber eben nicht übertrieben freundlich. Somit spiegelt sich die Entwicklung noch nicht im Goldpreis wider – aber das könnte noch kommen.

23. Januar 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.