Öl nicht nur saisonal schwach

In der heutigen Ausgabe geht es um den aktuell etwas schwachen Energiemarkt, genauer gesagt um das Thema Öl.

Um es vorweg zu sagen: Die Chancen stehen ganz gut, dass unsere Tankrechnung demnächst wieder etwas billiger wird. Der Ölpreis steht nämlich vor dem Ende seiner Rallye.

Öl ab August saisonal schwächer

Werfen wir nun einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen beim Öl. Nachdem die Preise von April bis zuletzt kräftig von 80 US-$ auf 110 US-$ gestiegen sind, zeichnet sich eine obere Wende beim Öl ab.

Zunächst einmal spricht die Saison gegen weiter steigende Ölpreise, denn typischerweise notiert Öl ab Beginn des Monats August wieder schwächer. Das muss nicht unbedingt fallende Kurse zur Folge haben, sondern kann auch für eine Seitwärtsbewegung sorgen.

So oder so, die saisonalen Bedingungen sind beim Öl nicht mehr unterstützend und sprechen für eine zunehmende Schwäche.

Commercials sind auf der Shortseite positioniert

Hinzu kommt, dass die Commercials, also die großen Marktteilnehmer, seit geraumer Zeit auf der Shortseite beim Öl positioniert sind. Das sind mittelfristige Vorläufer einer Trendwende nach unten.

Wenn man sich die Intermarket-Verhältnisse anschaut, dann fällt auf, dass der Ölpreis deutlich überbewertet ist – dies ist beispielsweise im Vergleich zum Gold und zum Dollar der Fall.

Zudem ist der Markt technisch gesprochen übergekauft, sodass rein preislich Kurse bis zum Kursziel bei ca. 100 US-$ leicht möglich sind.

Eigentlich ist der Markt in einer Art stetigem Abwärtstrend angekommen. Ein kleiner Pullback in Richtung 105 oder 106 US-$ ist nicht unwahrscheinlich, vielleicht bildet sich sogar eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation.

In jedem Fall gilt für Öl – im Fall eines (weiteren) Kursanstieges: Sell the Rallye! Generell ist der Ölmarkt schwach und die Kurse sollten früher oder später nach unten gehen.

Es bleibt spannend, wie genau sich der Ölpreis entwickelt.

Mehr zu diesem Thema können Sie sich im heutigen Video ansehen.

30. Juli 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.