Ölpreis eher runter als rauf

Werfen wir heute einen Blick auf einen alten Bekannten, wenn es um die COT-Daten geht: Den Ölpreis.

CL (Crude Light) handelt weiter in der Handelsspanne, die oben bei ca. 98 US-$ und unten bei rund 95.50 US-$ definiert ist. Soweit so gut.

Commercials und Range-Indikator sprechen für Abwärtsbewegung

Vieles spricht dafür, dass es für Öl bergab gehen könnte: Die Commercials sind nach wie vor deutlich short im Ölmarkt positioniert. Das war in der Vergangenheit ein bärisches Zeichen.

Gleichzeitig mit der Erhöhung der Shortpositionen ist auch das Open Interest gestiegen – das verdeutlicht das große Interesse der Commercials, short im Ölpreis zu gehen.

Interessant ist auch der Anteil der Shortpositionen am Open Interest: Hier bewegen wir uns auf einem Niveau, das in der jüngsten Vergangenheit mit Tops assoziiert wurde.

Ebenfalls bärisch ist mein hauseigener Range-Indikator, der zuverlässig Tops im Ölmarkt anzeigt. Normalerweise gilt: Wenn dieser Indikator unten ist, ist der Ölpreis oben. Und aktuell ist mein Range-Indikator wieder an einem Tiefpunkt.

Saisonalität und Charttechnik: Aufwärtsbewegung möglich

Das Verhalten der Commercials sowie mein Range-Indikator sprechen also dafür, dass es für den Ölpreis bergab gehen könnte.

Ganz so eindeutig ist die Situation aber nicht, denn die Saisonalität und die Charttechnik sind positiv und deuten an, dass der Preis steigen wird.

Wann Traden sinnvoll ist…

Dennoch ist es kein guter Rat, nur nach Charts zu traden – genauso wenig wie es sinnvoll erscheint, nur nach den COT-Daten oder nur nach der Saison zu handeln.

Deshalb erscheint ein Trade nach oben derzeit nicht sinnvoll, da die Rahmenbedingungen dagegen sprechen.

Nach unten würde ein Verlassen der Handelsspanne, also ein Bruch der 95 US-$ Linie, die Handelsspanne bärisch auflösen. Dann wäre eine Shortposition durchaus ratsam.

Es bleibt abzuwarten, wie sich der Ölpreis dann tatsächlich entwickeln wird.

Mehr zu diesem Thema können Sie sich im heutigen Video ansehen.

19. Februar 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.