Ölpreis mit Ausbruch

Der Ölmarkt führte in den letzten Monaten ein Schattendasein. Er dümpelte zwischen 100 US-$ und 88 US-$ recht lustlos auf und ab.

Heute notiert der Ölmarkt wieder über der Marke von 100 US-$ und es scheint sich ein Ausbruch aus dem Dreieck vollzogen zu haben. Die Aufwärtstrendlinie hat also gehalten und wurde nicht nach unten durchbrochen.

Damit ist der Markt auf einem 14-Monatshoch. Der Widerstand bei etwa 100 US-$ ist gefallen und somit ist der Weg nach oben frei.

Kursanstieg hat politische Gründe

Natürlich kann man sich über die Gründe für diese Entwicklung streiten. Allerdings ist es naheliegend, dass aktuelle politische Ereignisse dabei eine Rolle spielen. Vor allem das Thema Ägypten lastet auf dem Markt.

Dort gab die Armee zu Protokoll, dass sie „bereits zum Sterben ist“, um den Bürgeraufstand niederzuschlagen.

Nachrichtenlage ist entscheidend

Politische Börsen stehen in der Regel auf schwachen Beinen. Deshalb sollten Sie als Anleger dem Ausbruch mindestens skeptisch gegenüberstehen.

Sollte sich die Nachrichtenlage ändern, dann kann es schnell zu einem Preisrutsch kommen. Deshalb ist es jetzt sehr wichtig, die Nachrichten aus dem Nahen und Mittleren Osten genau zu verfolgen.

Im Zuge der Verschärfung der Krise kann der Ölpreis jedoch durchaus weiter nach oben laufen.

Typisch für solche Dreieck-Formationen ist es nämlich, dass man nach Verlassen der Formation zum Beginn zurückläuft, also zur oberen Kante. Und diese liegt im Bereich 104 US-$.

Hier muss aber noch nicht Schluss sein. Auch den Bereich 110 US-$ – wenn nicht sogar noch mehr – kann der Ölpreis durchaus anlaufen. Wie genau sich der Preis entwickeln wird ist natürlich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbar.

Weitere Auswirkungen sind möglich

Sicherlich kommt aber das Thema Inflation wieder auf die Agenda und sicherlich werden diese Entwicklungen die Rentenmärkte etwas belasten. Mittelfristig kann es dann auch Auswirkungen auf die Aktienmärkte geben.

Insofern ist dieser Öl-Ausbruch nach oben vielleicht etwas unterstützend für Gold, Goldminen und die Rohstoff-Branche insgesamt.

Aber letztlich holt dann das Thema Renditeanstieg wegen gestiegener Inflationserwartungen die Anleger wieder ein.

Sie sollten insofern vorsichtig mit der verfrühten Freude über die Wiedergeburt der Rohstoffe sein. Ich glaube eher, dass es sich um ein temporäres Phänomen handelt.

Mehr zu diesem Thema können Sie sich im heutigen Video ansehen.

3. Juli 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.