Rendite zieht an – Was macht Gold?

Seit den eher kritischen Kommentaren einiger US-Notenbanker hinsichtlich der Reduzierung von Bondkäufen am Markt, zieht die US-Rendite deutlich an (und das gilt nicht nur für die USA).

Deutlicher Anstieg der US-Rendite

Binnen weniger Tage stieg die US-Rendite von 1,6% auf nunmehr 2,1%, was einem Anstieg von 51 Basispunkten entspricht. Das ist schon eine große Menge, die der Markt zugelegt hat.

Rein charttechnisch betrachtet können hier durchaus Werte von 2,5% erzielt werden. Das wäre dann ein Anstieg von 90 Basispunkten seit Anfang Mai – ein Wort!

Meist wirken sich Renditesteigerungen auf die restlichen Vermögenspreise aus. Diese Folgen sind in der Regel nicht etwa positiv, sondern negativ, denn das Risiko bei Staatsanleihen ist nun einmal geringer als bei den übrigen Anlagen. Also sollten auch die Vermögenspreise fallen. Das meint man zumindest.

Die Entwicklungen beim Goldpreis

Hierzu zählt natürlich auch der Goldpreis. Mein Eindruck ist allerdings, dass dieser den Renditeanstieg schon vorweggenommen hat.

Auch ein Blick auf einen meiner Intermarketindikatoren bestätigt dieses Gefühl. Denn der Indikator notiert im Extrembereich. Und die Historie hat gezeigt, dass oftmals, wenn ein solcher Extrembereich erreicht wurde, der Goldpreis an einem Preisextrem war.

Als Trader sollten Sie jedoch bedenken: Ein solcher Setup-Indikator, wie wir ihn hier betrachten, sollte nicht der einzige Grund für eine Kauf- oder Verkaufsentscheidung sein.

Vielmehr gibt er eine Tendenz an – natürlich mit einer gewissen Zeitverzögerung – auf deren Basis Sie nach weiteren Signalen Ausschau halten können. Das gilt nun natürlich auch für den Goldpreis.

Auch aktuell scheint es beim Gold so zu sein, dass der Preis eher unten ist, als dass er kurz vor einem weiteren Absturz steht.

Aufgrund dieser freundlichen Setups von der Renditefront – trotz Anstieg der Renditen – macht es daher für Trader Sinn, beim Goldpreis eher Einstiege in Longs als in Shorts zu suchen. Börse ist manchmal eben paradox.

Mehr zu diesem Thema können Sie sich im heutigen Video ansehen.

28. Mai 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.