Risiko-Off

Es macht in Anbetracht der widersprüchlichen Marktsituation (super Stimmung – schwache Markttechnik) einmal mehr Sinn, unter die Haube des Marktes zu schauen.

Als Anleger fragt man sich, ob man in der aktuellen Lage lieber das Risiko suchen oder meiden sollte – und dann doch lieber in die sicheren Häfen wie US-Dollar oder Staatsanleihen investiert.

Meine Risiko-On und Risiko-Off Vorlaufindikatoren haben mir hier immer sehr gut geholfen. Der erste Indikator zeigt die Situation am Anleihenmarkt, der zweite Indikator hilft, die Lage am Aktienmarkt einzuschätzen.

Risiko oder Sicherheit – Ein Blick auf die Anleihen

Werfen wir erst einmal einen Blick auf die Anleihen. Seit Ende 2012 sind wir ganz klar im Risk-On-Modus.

Die High-Yield Bonds sind gefragt und in die niedrig verzinsten Anleihen wollen nur wenige Anleger investieren – der Spread beider Anlageformen lief eine Weile lang nach oben.

Nun ist der Spread durch diesen Aufwärtstrend gefallen und zeigt nach unten. Das bedeutet, dass Investoren jetzt eher das Risiko meiden und in die sicheren Häfen wandern.

Das spricht gegen die Risiko-Assets, wie z. B. Aktien. Und übrigens: Auch der US-Dollar scheint derzeit einen Boden gegen „den Rest der Welt“ gefunden zu haben.

Verhältnis von zyklischen und nicht-zyklischen Aktien

Mein zweiter Vorlaufindikator ist das Verhältnis von den zyklischen zu den nicht-zyklischen Aktien.

Auch dieser Indikator neigt sich nun deutlich nach unten.

Die Anleger gehen also aus den zyklischen Aktien heraus und investieren in die nicht-zyklischen Aktien. – Auch hier hat man anscheinend eher Angst vor dem Risiko und entscheidet sich für ein sicheres Investment.

Allerdings ist der S&P 500 in den letzten Wochen gestiegen. Ergo ist hier eine negative Divergenz entstanden, die – zumindest in der Historie – immer wieder für Marktkorrekturen gesorgt hat.

In Verbindung mit der (leicht) angeschlagenen Charttechnik und der – zumindest nach meinen Analysen – deutlich schwachen Markttechnik bleibt daher kein anderes Fazit für den Aktienmarkt zu ziehen, als „Risk OFF“. Die Kurse sollten mittelfristig also fallen.

Mehr zu diesem Thema können Sie sich im heutigen Video ansehen.

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg beim Handeln!

7. Februar 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.