Rohstoffe weiter kritisch

Am letzten Handelstag der Woche werfen wir einen Blick auf die Rohstoffe, genauer gesagt auf den CRB-Index.

Der CRB-Index ist ein breiter Index, der die Rohstoffaktien abbildet. Allerdings ist er etwas energielastig, das heißt er ist eher in Richtung Energieträger wie Öl, Gas und Kohle aufgestellt.

Trotzdem zeigt er insgesamt ein ganz gutes Bild vom aktuellen Geschehen am Rohstoffmarkt. Im Video können Sie sich einen langfristigen Chart auf Wochenbasis ansehen. Schon auf den ersten Blick ist das Drama gut erkennbar.

CRB-Index im Abwärtstrend

Gestern sprachen wir noch über die Dollarstärke. Klar gibt es Leidtragende, das sind zum Beispiel die Rohstoffe. Sie haben jahrelang unter anderem von der Schwäche des Greenbacks profitiert.

Damit ist jedoch schon seit längerer Zeit Schluss. Der CRB-Index befindet sich nämlich in einem ausgewachsenen Abwärtstrend.

Der Markt ist von einer Wende nach oben so weit entfernt wie Dynamo Dresden vom Gewinn der Champions League.

Aktuell ist der Markt in keiner Weise in einer Zone, in der man erwarten kann, dass er dreht. Wir haben nun das 12-Monatstief von letztem Jahr sogar noch unterschritten. Das ist ein schlechtes Zeichen und spricht für eine weitere Abwärtsbewegung.

Trendwende noch nicht in Sicht

Für das Ende eines Trends braucht man entweder eine zeitlich etwas länger andauernde Bodenbildung, wobei Divergenzen in den Indikatoren sichtbar wären, oder eben heftige Abverkäufe, hohes Volumen, einen sogenannten „Selling Climax“.

Zwar versuchen sich einige Indikatoren mit einer Bodenbildung, aber deutliche Divergenzen sind genauso wenig sichtbar wie kräftige Unterstützungen.

Auch einen richtigen Sell-Off gab es (noch) nicht. Zumindest das würde mir ein wenig Hoffnung machen.

Ich denke daher, dass der Markt weiter fallen wird. Kursziele liegen zwischen 443 und 347 (aktueller Stand: 500), dann würde der Markt in den Bereich der Frühjahrstiefs aus dem Jahr 2009 sinken.

Das wäre nochmal ein deutlicher Schluck aus der Pulle, aber der Chart lässt kaum einen anderen Schluss zu. Das wären also nochmals zwischen 10% und 20% Kursverlust.

Mehr zu diesem Thema können Sie sich im heutigen Video ansehen.

12. Juli 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.