Schwarze Schwäne über Japan!

Die Notenbank Japans hat ja letzten Donnerstag weitere massive Bondkäufe beschlossen und will weiter den Markt mit Liquidität fluten. Die unmittelbare Reaktion war normal: Aktien rauf, Yen runter, Rendite runter.

Aber was ist da am Freitag letzter Woche passiert? Die Rendite japanischer Staatsanleihen hat sich mal knapp verdoppelt – und das an einem Tag.

Sie ist von 0,32% auf 0,65% gestiegen. Klar, das ist immer noch nicht viel, aber die Bewegung ist von ihrer Dimension her ein schwarzer Schwan.

Ein schwarzer Schwan

Schwarze Schwäne sind in der Finanzwelt sehr seltene Ereignisse, die man nicht vorhergesehen und die man eigentlich ausgeschlossen hat.

Solche Ereignisse geschehen sehr selten, aber wenn sie auftreten, dann bringen sie meist eine große Wucht mit sich und haben verheerende Auswirkungen.

Im Video können Sie sich eine Übersicht über die Veränderung des Japanese Government Bonds (JGB) an einem Tag ansehen. Die riesige Spitze vom letzten Freitag fällt direkt auf. Eine ähnliche Spitze gab es zuletzt im Jahr 2003.

Möglicher Kontrollverlust der japanischen Notenbank

Das Gemetzel am Bondmarkt (die Bonds fallen, wenn die Rendite steigt) ist meines Erachtens ein Anzeichen, dass die japanische Notenbank möglicherweise die Kontrolle über die Geldpolitik verliert.

Denn mal ehrlich: Wenn eine Notenbank ankündigt, jeden Monat für 58 Mrd. Euro Bonds zu kaufen, würde man nicht unbedingt mit steigenden Renditen und fallenden Bondpreisen rechnen. Aber genau das ist geschehen – und solche Ereignisse sind kein Zufall!

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Verkaufswelle am japanischen Bondmarkt das erste Warnzeichen dafür ist, dass die Notenbanken die Kontrolle über die Geldpolitik verlieren.

Für Sie als Trader ist daher wichtig: Seien Sie kritisch und beobachten Sie die Entwicklungen an den Bondmärkten in den USA und auch in Europa genau.

Mehr zu diesem Thema können Sie sich im heutigen Video ansehen.

10. April 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.