Sell in May

Heute ist der letzte Handelstag im Monat April und der Wonnemonat Mai steht an. Es gibt wohl kaum einen Börsianer, der das passende Sprichwort „sell in may and go away“ nicht kennt.

Werfen wir deshalb heute einen Blick auf den Saisonalchart beim DAX, um diese Börsenweisheit zu überprüfen.

Ermitteln der Saisonalität

Man könnte bereits jetzt die Saisonalitätslinie für den April kommenden Jahres berechnen, indem man alle April-Daten inklusive den Informationen über den April 2013 verwendet und dann den Durchschnitt ermittelt und als Projektionslinie abzeichnet.

Hinzu kommen gegebenenfalls Feinheiten: Ausreißer kann man beispielsweise bereinigen, indem man die 2 besten und / oder die 2 schlechtesten Monate nicht in die Berechnung einbezieht.

Die Saisonalitätslinie, die Sie im Video sehen können, wurde auf Basis aller Daten aus dem Mai ermittelt.

Der Markt folgte den Prognosen

Schauen wir uns nun einmal an, wie sich der DAX im Jahr 2013 bis jetzt entwickelt hat. Grundsätzlich können wir feststellen, dass der Markt dem saisonalen Fahrplan in den letzten Monaten recht gut gefolgt ist.

Ein relativ freundlicher Jahresauftakt wurde ebenso prognostiziert, als auch ein Hoch Ende März. Beide Phänomene trafen ein. Auch die angezeigte Korrektur im April kam, wie man es mit Hilfe des Saisonalcharts vorhersehen konnte.

Interessant für Sie als Trader sind nun natürlich die Prognosen für den Mai. Diese sehen nicht sonderlich freundlich aus. Aktuell zeigt der Saisonalchart ein weiteres Hoch an, welches den Markt den gesamten Mai über nach unten tragen sollte.

Aussichten im Mai

Rein charttechnisch kann man mit dieser Vorhersage durchaus mitgehen, da dem Markt zuletzt das Aufwärtsmomentum fehlte und – im Gegensatz zu den amerikanischen Börsen – auch keine neuen Hochs mehr markiert wurden.

Es droht also ein „lower high“, also ein tieferliegendes Hoch, welches den Abwärtstrend manifestieren sollte.

Aus Sicht einiger Indikatoren haben sich ebenfalls bärische Divergenzen und Verkaufssignale entwickelt.

Das Gesamtbild ist nach meinen Analysen daher schlüssig und lässt nur einen Rat zu: „sell in may and go away!“

Mehr zu diesem Thema können Sie sich im heutigen Video ansehen.

30. April 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.