So geht es mit Italien weiter

In den letzten Tagen wurde viel über Zyperns Situation diskutiert. Und nach dem ausgehandelten Deal gibt es viele neue Fragen über die Zukunft anderer europäischer Länder.

Die Diskussion geht weiter

Die EU hat mit der Zwangsabgabe auf Teile der zypriotischen Einlagen einen Geist gerufen, den sie nicht mehr loswird.

Das Modell lässt sich nämlich sehr einfach auf andere kriselnde Länder mit notorischem Finanzierungsbedarf übertragen. Hierzu zählt insbesondere Italien, denn das schönste Land der Welt hat auch vier Wochen nach der Wahl keine Regierung.

Italien immer noch ohne Regierung

Eine Koalition rund um den Wahlgewinner Bersani ist nicht in Sicht und derzeit scheinen nur Neuwahlen zu helfen.

Aber auch Neuwahlen garantieren alles andere als eine Regierung, die auch handlungsfähig ist. Italien ist und bleibt daher in einer Malaise.

Das Problem Arbeitslosigkeit

Italien wird auch im laufenden Jahr um 1,3% schrumpfen und die Zentralbank warnt bereits vor einer Stagnation mit rezessiven Tendenzen.

Die Unsicherheit der Wirtschaft ist zum Greifen und nirgends besser abzulesen als an der Arbeitslosenquote, die mit 11,7 auf einem Mehrjahreshoch notiert.

Allein die Finanzkrise hat in Italien bereits 600.000 Arbeitsplätze gekostet. Das ist ein riesiges Problem, denn im Moment weiß keiner, wie alles ausgehen wird.

Sie wissen selber: Wenn man eine höhere Arbeitslosenquote hat, dann bedeutet das automatisch auch höhere Ausgaben des Staates, weil die sozialen Einrichtungen, die sozialen Netze, dann natürlich die Arbeitslosen auffangen müssen.

Insofern werden die Belastungen für Italien sicherlich nicht geringer.

Zypern – Ein Einzelfall?

Die Investmentbank Goldman Sachs hat ausgerechnet, dass eine Abgabe in Höhe von 8,5% auf Bankeinlagen insgesamt 205 Mrd. Euro in die Kassen der PIGS spülen wird. Diese Summe ist zu hoch, um sie zu ignorieren.

Hinzu kommt, dass seitens der EU immer wieder betont wird, dass Zypern ein Einzelfall ist. – Warum so viel Hektik, wenn das WIRKLICH so ist?

Die Washington Times bringt es in einem Kommentar auf den Punkt: „Der psychologische Schaden könnte nicht nur in Zypern und Europa, sondern auf der ganzen Welt unwiderruflich sein.

Mehr zu diesem Thema können Sie sich im heutigen Video ansehen.

27. März 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.