Steigende Renditen überall

Bevor wir morgen ins Wochenende starten schauen wir uns heute die Entwicklung der Renditen an.

Das Verhältnis von Anleihen und Rendite

Anleihen und Rendite verlaufen bekanntlich invers. Steigen die Anleihen, dann sinken die Renditen. Natürlich gilt der umgekehrte Fall auch: Fallen die Anleihen, dann steigen die Renditen.

Steigende Renditen sind „Gift“ für die Asset-Märkte, da z. B. Aktien weniger gesucht sind, wenn die Anleihen wieder eine attraktivere Verzinsung bieten.

Mit steigenden Renditen sinkt z. B. die Differenz zu den dividendenstarken Aktien und eben auch die Attraktivität der Unternehmensanteile.

Die Renditen steigen weltweit

Schauen wir uns nun an, wie sich die Renditen im Zeitraum vom 1. Mai bis zum 11. Juni, also in den letzten 6 Wochen verändert haben. Im Video können Sie sich eine Übersicht mit unterschiedlichen Ländern im Vergleich ansehen.

Seit Mai steigen – trotz Notenbanken – die Renditen auf der Welt. Zum Teil steigen sie kräftig. Vor allem betroffen sind die Emerging Markets, wie z. B. Chile, Kolumbien oder die Türkei.

Aber auch die großen Länder, wie die USA und Deutschland, haben steigende, wenn auch nur leicht steigende Renditen zu verzeichnen.

Einzig in Indien ist die Rendite nicht angewachsen; in China und in der Slovakei ist die Lage nahezu unverändert.

Das Beispiel Japan

Schauen wir uns als Beispiel das Land Japan an. Hier sind die Renditen zwar „nur“ um etwa 20 Basispunkte gestiegen, allerding quasi aus dem Nichts.

In der absoluten Betrachtung ist solch ein Wert zwar nicht viel, aber in der relativen Betrachtung schon.

Vor 4 Wochen waren es noch 10 Basispunkte und somit ist der Anstieg auf 20 eine Verdoppelung der Rendite. Damit sind die Anleihen also doppelt so attraktiv geworden.

Die Folgen für die Aktienmärkte

Über die Gründe für diese Entwicklung lässt sich wie immer reichlich spekulieren, aber wahrscheinlich haben die Renditeanstiege immer noch etwas mit der Furcht vor dem Rückzug der Notenbanken zu tun.

So oder so: Steigende Renditen wirken sich mittelfristig negativ auf die Aktienmärkte aus. Anleger sollten daher mit Vorsicht agieren, wenn es darum geht, gerade jetzt in die Schwäche der Aktienmärkte hinein zu kaufen.

Mehr zu diesem Thema können Sie sich im heutigen Video ansehen.

14. Juni 2013

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.