Und nochmal der Yen

Die Wahlen in Japan sind vorüber, die außenpolitische Krise mit China hält an und der Yen steht weiter unter Druck!

Die Stimmen einer weiteren Yen-Abwertung sind kaum mehr zu überhören und mittlerweile hat der Pessimismus gegenüber der japanischen Währung ein Stimmungsextrem erreicht. Aber sollten Sie deswegen die Fakten außer Acht lassen?

Yen besser als vermutet

Der Blick auf die Daten der Terminbörse verrät: Um den Yen steht es besser, als erwartet. Die Commercials, also die „Insider“ und gewerbsmäßigen Händler der Währung, sind so stark auf der Kaufseite beim Yen, wie zuletzt 2007 – damals gab es ein Mehrjahrestief!

Umgekehrt sind die Kleinanleger massiv auf der Shortseite zu finden. Auch das ist ein schlechtes Zeichen für diese Anlegergruppe, denn in der Regel nehmen eben die Kleinanleger die Gegenposition zu den Commercials ein.

Und da die Kleinanleger weniger gut informiert sind als die Insider des Marktes, gewinnen sie praktisch nie, wenn die Commercials gegenteiliger Meinung sind.

Wahlausgang wie erwartet

Katalysatoren für eine Yen-Stärke hat der Markt genug: Die Wahlen sind gelaufen und das Ergebnis kam so, wie prognostiziert. Abe ist neuer Ministerpräsident, wie bereits erwartet. Der Mann will eine Inflationierungspolitik betreiben, wie erwartet.

Das sind alles keinerlei Fakten, die nach der massiven Yen-Abwertung der letzten Woche noch irgendeine Rolle spielen, geschweige denn, die Marktteilnehmer zu Yen-Verkäufen veranlassen werden.

Und genau deswegen kehren wir zurück zu dem, was wir wissen: Die Insider kaufen. Und zwar so stark wie seit 5 Jahren nicht mehr. Lassen Sie sich deshalb nicht von subjektiven Meinungen und Pessimisten beeinflussen.

Klar, der Yen wird nicht morgen schon ein nie dagewesen Hoch erreichen, denken Sie an Gold, es wird ein paar Tage dauern. Aber die Fakten könnten der Trigger für ein ganz typisches Marktverhalten sein: „Sell The Rumor, Buy The Fact!“

Mehr zu diesem Thema können Sie sich im heutigen Video ansehen

Viele Grüße

Ihr Heiko Seibel

20. Dezember 2012

Heiko Seibel
Von: Heiko Seibel. Über den Autor

Jahrelang hat Chefanalyst, Diplom-Kaufmann und Master of International Economics Heiko Seibel in internationalen Brokerhäusern in Singapur und Hongkong gearbeitet und besucht noch heute regelmäßig Unternehmen in Südostasien. Sein Spezialbereich: CFDs.